Wahlwerbung 2008: Fast die Hälfte kommt von der SPÖ

23. September 2008, 18:51
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SPÖ verbuchte 44 % der Print-Werbung, die ÖVP 34 und die FPÖ 13 - Spitzenwerte für die SPÖ in "Österreich" und der "Krone" - Mehr Teuerungsausgleich in Prospekten - Mit Grafik

Wer das Gefühl hat, die SPÖ sei im Wahlkampf in Medien stärker präsent als andere Parteien, hat dafür nun eine Bestätigung in Zahlen. Von der Werbung in Zeitungen und Zeitschriften kamen 44 Prozent von der SPÖ, 34 Prozent von der ÖVP und 13 Prozent von der FPÖ, geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Werbebarometer des Marktforschungsunternehmens Focus Media Research hervor. Da können Grüne (4 Prozent), BZÖ (3 Prozent) und LIF (2 Prozent) schon nicht mehr mithalten, ganz zu schweigen von den ganz kleinen Parteien.

SPÖ investierte 2,7 Mio. Euro

Insgesamt ließen sich die politischen Parteien das Buhlen um die Gunst der Wähler zwischen Anfang August und 17. September 7,7 Mio. Euro kosten, 6,4 Mio. davon in klassischen Medien. In absoluten Zahlen heißt dies, dass ohne Plakate (die vom Werbebarometer nicht den einzelnen Parteien zugeordnet werden) die SPÖ vor der heißesten Woche des Wahlkampfes 2,7 Mio. Euro für Wahlwerbung ausgegeben hat. Die ÖVP machte 2,1 Mio. Euro locker, die FPÖ 800.000, die Grünen 300.000, das BZÖ 200.000 und das Liberale Forum 100.000 - gerechnet nach dem Bruttowerbewert, also Listenpreisen für Anzeigen.

SPÖ "dankt" der "Krone"

Die SPÖ setze "sehr, sehr starke Akzente" im Wahlkampf, kommentierte Focus Media Research-Geschäftsführer Klaus Fessel die Ergebnisse. Besonders interessant sei auch die Verteilung auf verschiedene Medien: Die SPÖ kommt auf Spitzenwerte in "Österreich" (51 Prozent der Parteiwerbung), "Oberösterreichischen Nachrichten", "Presse" und News-Magazinen (80 Prozent). Mit 45 Prozent ist die SP auch in der Krone und "Heute" vorne.Danach kommt die FPÖ mit 30 bis 35 Prozent in diesen Medien. Die ÖVP hält sich hier hingegen zurück. Insgesamt setze die SPÖ massiv auf auflagenstarke Medien, während die ÖVP viel selektiver vorgehe. Im ORF gibt es ein Wahl-Werbeverbot, die privaten Sender spielen hingegen praktisch keine Rolle, erinnert Fessel.

Grünen setzen auf Online-Werbung

Die kleineren Parteien konzentrieren ihre Werbeaktivitäten überhaupt auf einzelne Medien. So ist die FPÖ in der "Kronen Zeitung", "Heute", den "Bezirksjournalen", "Ganze Woche" und der "Kärntner Woche" überdurchschnittlich stark engagiert. Die Grünen setzen im Vergleich zu anderen mehr auf Online, wo sie für 69 Prozent der Werbung verantwortlich zeichnen, das "Weekend Magazin" und "Der Standard". Das BZÖ ist im Vergleich zu anderen Parteien besonders häufig in "Österreich", dem "Weekend Magazin" und der "Kärntner Woche" vertreten.

Öffentliche Institutionen verdoppelten ihre Werbeinvestments seit Jänner gegenüber 2007 beinahe auf 50 Millionen Euro brutto. Der Pressedienst der Stadt Wien verdoppelte auf 8,6 Millionen brutto, erhöhte vor allem in Österreich.

Wilhelm Molterer (VP) verdreifachte den Etat seines Ministeriums, Werner Faymann (SP) verfünffachte die des seinen - beide auf 1,5 Millionen. Wohlgemerkt bei Faymann ohne ÖBB und Asfinag.

Teuerungsausgleich

Focus-Geschäftsführer Josef Leitner ließ übrigens auch analysieren, wieviel Teuerungsausgleich Aktionsprospekte des Handels bringen (die Focus auch beobachtet). Er kam auf 20 Prozent Ausgleich - "das Vierfache" (Leitner) der von der SPÖ forcierten Reduktion der Mehrwertsteuer.  Und darauf, so Leitner, wollte die Regierung eine Prospektsteuer einheben. (APA/fid)

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    Faymann lächelt am öftesten aus Zeitungen oder Magazinen.

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