VP-Frauen präsentierten Agenda

23. September 2008, 12:31
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ÖVP-Frauen hoffen mit Gratiskindergärten, Familiensplitting und Pflegezuschüssen am Wahltag punkten zu können

Wien - Die ÖVP-Frauen hoffen auf einen "Strahltag" am Wahlsonntag: Die Kärntner Landesleiterin der ÖVP-Frauen, Barbara Kogler, äußerte dieses Ziel bei einer gemeinsamen Präsentation des schwarzen Politikpakets zu dem Thema bei einer Pressekonferenz in Wien am Dienstag. Immer noch würden die Frauen im Durchschnitt um 20 Prozent weniger verdienen, beklagte sie. Die ÖVP-Frauen, die unter "Stark, schwarz, weiblich" in den Wahlkampf ziehen, setzen unter anderem auf Gratis-Kindergartenplätze, Pflegezuschüsse ohne Regress oder eine Default-Regelung beim Familiensplitting, das demnach automatisch zur Anwendung kommt.

Familiensplitting

ÖVP-Frauen-Chefin Maria Rauch-Kallat erneuerte die Forderung nach einer Absetzbarkeit des Kinderbetreuungsgeldes: Diese sei innerhalb der ÖVP seit 1995 anerkannt, aber bisher sei es noch nie gelungen, das Vorhaben umzusetzen. Mit einer Default-Regelung beim Familiensplitting werde die Maßnahme automatisch bekannter, betonte sie. Wer die Teilung des Pensionsanspruchs für die Zeit der Kindererziehung nicht in Anspruch nehmen wolle, könne dies tun, müsse sich aber aktiv abmelden. Außerdem soll der Zeitraum, in dem das Familiensplitting in Anspruch genommen werden kann, bis zum 14. Lebensjahr des Kindes ausgedehnt werden.

Ausweitung der Einkommensgrenze

Dorothea Schittenhelm, die Vorsitzende der VP-NÖ Landesfrauen, warb für das Kinderbetreuungsmodell ihres Bundeslandes, das ebenso wie das Regressfreie Pflegemodell bundesweit zur Anwendung kommen solle. Die ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gabriele Tamandl wiederum sprach sich für eine Ausweitung der Einkommensgrenze aus, für den der Spitzensteuersatz noch nicht zur Anwendung komme. Der Betrag von 51.000 Euro sei nicht mehr zeitgemäß, mit Inflationsbereiniung müsse der Betrag auf 80.000 Euro angehoben werden.

Gehaltsschere

Ein Grund, warum die Frauen grundsätzlich schlechter verdienen als die Männer, liegt nach Ansicht Koglers unter anderem daran, dass die Berufe unterschiedlich bewertet würden: Als Beispiel brachte sie die Kollektivverträge eines typischen Männer- und eines typischen Frauenberufs: Bei den Metallern sei etwa genau ausgewiesen, welches Know-how angelernt und welches aus Ausbildung stamme. Bei den textilen Fachkräften sei dies nicht der Fall. (APA)

 

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