Religiöse Vereine dürfen über Google werben

22. September 2008, 18:59
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Der Suchmaschinen-Spezialist beugt sich einer Klage des britischen Vereins und Abtreibungs-Gegners "The Christian Institute"

New York  - Google will auf seinen Internet-Seiten künftig erstmals auch Werbung von religiösen Vereinen und Organisationen zulassen. Wie die "New York Times" am Montag berichtet, beugt sich der Suchmaschinen-Spezialist damit einer Klage des britischen Vereins und Abtreibungs-Gegners "The Christian Institute" vom vergangenen April. Die Organisation hatte Google Diskriminierung aus religiösen Gründen vorgeworfen, da ihr im Zusammenhang mit einer Anti-Abtreibungs-Kampagne entsprechende Werbung auf den Google-Sites nicht gestattet wurde.

Google bestätigte den Bericht über die veränderten Werberichtlinien zu Schwangerschaftsabbrüchen. "Das Thema Abtreibung ist ein gefühlsgeladenes Thema und Google ergreift keine bestimmte Partei", hieß es in einer Erklärung. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen seine Richtlinien überprüft, um sicherzugehen, dass sie "fair und auf dem neuesten Stand (sind)", hieß es in der Erklärung. "Wir haben uns entschlossen, unsere Richtlinien zu verändern, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen und religiösen Organisationen zu erlauben, Anzeigen zu Schwangerschaftsabbrüchen auf sachbezogene Art zu platzieren", so das Statement.

Beim Verkauf von Online-Werbung richtet sich Google nach bestimmten Richtlinien. So lässt das Unternehmen keine gewaltverherrlichende Werbung oder Anzeigen für Produkte zu, die aus vom Aussterben bedrohten Tierarten gefertigt sind. Das Schlagwort "Abtreibung" verkaufte Google bisher ausschließlich an nicht-religiöse Kunden wie etwa Ärzte.

Nach Angaben der Zeitung hatte sich Google bereits vergangene Woche mit dem christlichen Verein außergerichtlich geeinigt, Einzelheiten aus der Einigung seien nicht bekannt, hieß es. Als eine Konsequenz aus dem Rechtsstreit sollen bei Google künftig nun auch religiöse Gruppierungen unter dem Schlagwort "Abtreibung" Werbung schalten können, sofern diese sich auf Fakten beziehen und nicht rein emotional gestaltet sind. (APA/dpa)

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