Hartes Pflaster für neue Einkaufszentren

22. September 2008, 17:12
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Die Finanzmarkt-Krise stellt die Investoren von Einkaufszentren auf eine harte Probe, die Banken halten sich mit Krediten zurück

Wien - In Osteuropa bilden sich um immer mehr Städte breite Ringe an Einkaufszentren. Die Krise an den Finanzmärkten stellt ihre Investoren jedoch auf eine harte Probe. Denn die Banken halten sich mit Krediten zurück. Das Rennen um Standorte macht nur, wer auf starke Polster an Eigenkapital verweisen kann. Und die Marktmacht weniger großer Betreiber nimmt zu.

"Die Anforderungen an die Rendite sind stark gestiegen", sagt Jörg Banzhaf, Chef des deutschen Einkaufszentren-Entwicklers ECE International, dem STANDARD. Gaben sich Banken vor zwei Jahren mit einem Eigenkapitalanteil von 25 bis 30 Prozent zufrieden, müssen heute bei Shoppingzentren oft 40 Prozent des Kapitals selbst aufgestellt werden. Die Projekte würden länger geprüft. "Viele Entwickler werden vom Markt verschwinden."

Die ECE lässt sich das Geschäft mit den Shoppingmeilen derzeit fünf Mrd. Euro kosten, 26 Projekte sind in Bau bzw. Planung. Der Konzern versucht zudem verstärkt, bestehende Center zu kaufen und in Schuss zu bringen. Von einer Konsumflaute sei im Osten bisher nur wenig zu spüren, meint Banzhaf, die Goldgräberstimmung der vergangenen Jahre sei freilich vorbei.

Die ECE, eine Tochter des Otto-Versands, entwickelt in Österreich das neue Einkaufscenter am Wiener Westbahnhof. Dass sich für das Projekt kaum große Handelsketten als Mieter finden lassen, wie aus der Branche zu hören ist, könne er nicht bestätigen, sagt Banzhaf. Es laufe "sehr positiv" in Wien.  (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausabe, 23.9.2008)

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