Kontrollen in Österreich haben begonnen

22. September 2008, 16:22
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Bisher keine Hinweise auf Beimengungen von Melamin

Wien - In Österreich gibt es bisher "keine Hinweise auf verseuchte Milch", sagte Ulrich Herzog, der Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium zur APA. Nachdem in China beigemengtes Melamin in Milchprodukten vier Todesopfer und zahlreiche Erkrankungen gefordert hat, werden seit dem heutigen Montag in Österreich wie im gesamten EU-Raum chinesische Lebensmittel, die Milch enthalten, in Schwerpunktkontrollen untersucht - "als vorbeugende Maßnahme", wie Herzog betonte.

Genusstauglichkeitszeichen

Neben China-Restaurants und Asien-Shops sind auch Fitness-Center im Visier der Kontrolleure, da sie proteinhaltige Nahrungsersatzmittel vertreiben. Nur Milchprodukte, die tatsächlich aus China stammen, müssten kontrolliert werden, sagte Herzog. "Die meisten Artikel asiatischer Geschäfte stellen kein Risiko dar, da sie in Holland oder Großbritannien erzeugt werden." Aufschluss über die Herkunft gebe das Genusstauglichkeitszeichen.

Die Proben gehen zur Analyse an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Herzog erwartet im Lauf der Woche erste Ergebnisse, zudem würden auch die Untersuchungen anderer EU-Staaten Aufschluss über das tatsächliche Risiko geben.

EU: Einfuhr von Milchprodukten aus China verboten

Seit 2002 verbietet die EU bereits die Einfuhr von Milchprodukten aus China, aufgrund der Differenzen bei Verbrauchergesetz und Tierschutz. Die Einfuhr sei auf illegalen Transportwegen dennoch denkbar, gefährlich seien außerdem "dubiose Grauimporte" übers Internet: "Hier ist die Herkunft oft nicht ersichtlich", sagte AGES-Sprecher Oskar Wawschinek. Eine Beimischung bei importierten Fertigprodukten mit einem hohen Anteil an Magermilch oder bei Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler sei "grundsätzlich denkbar". Melamin in heimischen Milchprodukten sei jedoch "äußerst unwahrscheinlich". Herzog bezeichnet die hierzulande angebotene Babynahrung als "absolut sicher".

Die geringe Wahrscheinlichkeit, dass österreichische Milch Melamin enthalte, erklärt Wawschinek durch das "reichlich und billig vorhandene" natürliche Milcheiweiß. Anders ist laut Wawschinek die Situation in China: Die hohe Nachfrage und die geringe Produktion von Milch treiben die Preise in die Höhe und "setzen kriminelle Energien frei". Herzog sieht als Problem, dass China den Skandal verschleppt habe. (APA)

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