Berichte über Freilassung entführter Touristen

22. September 2008, 20:02
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Behördenvertreter in Assuan: Nach Querung der Grenze zum Sudan am Freitag ausgeraubt und seit Montag auf dem Rückweg

Kairo/Berlin/Rom - Die elf im ägyptisch-sudanesischen Grenzgebiet verschleppten europäischen Touristen und ihre ägyptischen Begleiter sind nach Angaben von Behördenvertretern in der Stadt Assuan (Aswan) schon wieder frei. Nach Berichten der Sicherheitskräfte in Kairo wurden die Urlauber während einer mehrtägigen Tour im äußersten Süden des Landes entführt und befinden sich nunmehr im Sudan. Die Behörden in Assuan erklärten dagegen, die Gruppe hätte versehentlich die Grenze zum Sudan überquert. Dort sei sie von bewaffneten Angehörigen eines Stammes am Freitag überfallen und ausgeraubt worden.

Wieder freigelassen

Am Montag hätten diese die Expeditionsteilnehmer dann wieder freigelassen. Die Gruppe sei inzwischen wieder in Ägypten und versuche, von der Grenze quer durch die Wüste nach Assuan zu gelangen. Ihnen sei aber inzwischen das Benzin ausgegangen. In ersten Berichten hieß es, die Entführer hätten sechs Millionen ägyptische Pfund (783.000 Euro) Lösegeld gefordert. In anderen Berichten war von 15 Millionen US-Dollar die Rede. Das deutsche Außenministerium hatte die Entführung bestätigt. Nach Angaben eines Sprechers werden die Touristen seit dem vergangenen Freitag vermisst.

Neben den Deutschen brachten die Kidnapper fünf Italiener, eine Rumänin und acht Ägypter in ihre Gewalt. Die Italiener - drei Frauen und zwei Männer - stammen aus Turin. Zur Identität der Deutschen machten die Behörden keine Angaben. Die Gruppe war nach ägyptischen Angaben am Dienstag vergangener Woche von der Oase Dakhla (Dachla) aufgebrochen, um die Wüstenregion Gilf al-Kebir zu erkunden. Bei den Ägyptern handelt es sich laut Polizei um die Fahrer der vier Geländewagen, mit denen die Reisegruppe unterwegs war, sowie zwei Reiseführer, den Besitzer des ägyptischen Reiseveranstalters sowie einen Offizier der Armee, der den Touristen als Begleiter zugewiesen worden war.

Die ägyptischen Behörden sollen erst von der Entführung erfahren haben, nachdem sich der Besitzer des kleinen Reiseunternehmens telefonisch bei seiner Frau gemeldet hatte. Ein Mitarbeiter der ägyptischen Sicherheitskräfte sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, einer der entführten Italiener habe seine Frau mit einem Satellitentelefon angerufen. Er sprach demnach von fünf Entführern, die Englisch mit afrikanischem Akzent gesprochen hätten.

Die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA berichtete zunächst, mit den Entführern werde verhandelt. Am späten Nachmittag verbreitete die Agentur jedoch ein Dementi von Tourismusminister Zoheir Garrana, der erklärte, es bestehe derzeit keinen Kontakt zu den Entführern. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte betonte, die Entführer seien Kriminelle und "keine Terroristen". Einen terroristischen Hintergrund schloss das Tourismusministerium aus. Über Zeit und Ort der Entführung, den möglichen Aufenthaltsort der Geiseln oder Lösegeldforderungen machte es keine Angaben.

In den meisten Gebieten Oberägyptens dürfen Touristen nur in Begleitung der Polizei mit dem Auto oder mit dem Bus reisen. Diese Sicherheitsbestimmungen gelten seit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Ägypten in den 90er Jahren. Zwischen Luxor, Assuan, dem Roten Meer und Abu Simbel verkehren täglich Touristenkonvois, die von Polizeifahrzeugen eskortiert werden. Für Wüstensafaris in entlegenen Gebieten ist oft eine Sondergenehmigung notwendig. (APA/dpa)

 

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