Jugendschützer sollen DSDS-Folgen vorab absegnen

22. September 2008, 13:19
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RTL will Casting-Folgen von "Deutschland sucht den Superstar" vor der Ausstrahlung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen vorlegen

München  - Der Fernsehsender RTL zieht Konsequenzen aus der massiven Kritik an seiner Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS): Künftige Casting-Folgen will RTL vor der Ausstrahlung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorlegen, wie die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) am Montag in München mitteilte.

Die KJM hatte gegen RTL ein Bußgeld in Höhe von 100.000 Euro gegen den Sender verhängt, weil in "DSDS" beleidigende Äußerungen - gemeint war Jury-Mitglied Dieter Bohlen - und antisoziales Verhalten als Normalität dargestellt würden.

RTL habe zudem die Einsprüche gegen die Bußgeldbescheide für vier Folgen zurückgezogen, die im Jänner und Februar ausgestrahlt worden seien, erklärte die Kommission. Verzichtet habe der Sender auch auf weitere Rechtsmittel im Zusammenhang mit zwei weiteren Folgen. Die Beanstandung einer im Abendprogramm ausgestrahlten Casting-Folge vom 23. Jänner wolle RTL allerdings weiterhin vor Gericht klären lassen. Bei RTL war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich im Jahr 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag die Aufsicht über Rundfunk und Internet wahr. Mitglieder sind sechs Direktoren der Landesmedienanstalten, vier von den Ländern und zwei vom Bund benannte Sachverständige. (APA/AP)

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