Beteiligung an Drittmitteln

Forschungs-Zuckerl für Unipersonal

22. September 2008, 12:00

Uni Wien will mit zusätzlichem Geld das Engagement in der Forschungsarbeit belohnen - Drei Prozent von eingeworbenen Drittmitteln werden ausbezahlt

Wien - Die Universität Wien führt ein persönliches Anreizmodell für die Einwerbung von Drittmittel ein. Jene Professoren, die Geld für ein Forschungsprojekt lukrieren, das nicht vom zuständigen Ministerium kommt, sollen dafür nun belohnt werden. Mit Beginn des neuen Studienjahres erhält jeder Wissenschafter der Uni Wien, rückwirkend ab Jahresbeginn, drei Prozent der Projektsumme als Gehaltsbestandteil, erklärte der Vizerektor für Forschung, Heinz Engl, im Gespräch mit der APA.

MedUni Graz zahlt bereits Prämie

"Das ist zwar nicht viel, soll aber als Anreiz psychologisch wirksam sein und die Wichtigkeit und Wertschätzung für das Engagement der Forscher zeigen", sagte Engl. So erhält etwa ein Forscher der Uni Wien, der beim Wissenschaftsfonds FWF ein Projekt mit einer Fördersumme von 100.000 Euro über drei Jahre einwirbt, 3.000 Euro über diesen Zeitraum mit dem Gehalt ausbezahlt.

An der Medizinischen Universität Graz werden bereits seit 2004 Forscher für ihr Engagement bei der Einwerbung von Drittmittel belohnt. Für alle evaluierten eingeworbenen Projekte, also etwa vom Wissenschaftsfonds FWF oder aus EU-Rahmenprogrammen, werden zwischen fünf und zehn Prozent der Projektsumme als Prämie an die erfolgreichen Wissenschafter bezahlt, erklärte eine Sprecherin der Med-Uni Graz der APA.

Forschung ist "finanziell ein Privatvergnügen"

Uni-Angehörige, insbesondere der Mittelbau, könnten derzeit innerhalb der Universität nur mehr verdienen, indem sie mehr Lehre machen. Zusätzliche Forschung sei "finanziell ein Privatvergnügen", so Engl, der mit der neuen Regelung nun "ein wenig die Chancengleichheit zwischen Lehre und Forschung" hergestellt sieht. Natürlich soll damit auch der Anreiz verstärkt werden, sich um Forschungsprojekte und damit um Projektmittel zu bemühen. So stellen österreichweit etwa nur 20 Prozent der antragsberechtigten Forscher Anträge für Forschungsvorhaben beim FWF. An der Uni Wien werden derzeit pro Jahr rund 46 Mio. Euro an Drittmittel eingeworben.

EU-Programme auch miteinbeziehen

Die neue Regelung gilt für alle Drittmittel, gleich ob sie vom FWF oder einem Industrie-Auftrag kommen. In einem zweiten Schritt sollen auch Mittel aus EU-Programmen dazu kommen. Voraussetzung sei nur, dass für das Projekt von der geldgebenden Stelle sogenannte Overhead-Kosten (indirekte Kosten) bezahlt werden. Das war bei EU-Programmen schon immer der Fall und beim FWF seit Dezember 2007. Bei Industrie-Kooperationen schlägt die Uni Wien seit kurzem selbst 20 Prozent Overhead-Kosten auf.

Wenig Anreize bei allen anderen Unis

An anderen Universitäten gibt es derartige Regelungen nach Wissen Engls bisher nicht, was auch eine Stichprobe der APA bestätigte: An der Universität Graz fließt zwar ein bestimmter Prozentsatz von eingeworbenen Drittmittel an den Projektleiter und dessen Institut zurück, wenn Overhead-Kosten bezahlt werden. Diese Mittel müssen aber für Forschungszwecke verwendet werden, zum Beispiel zur Deckung der Kosten für Kongressreisen oder die Organisation von Tagungen. An der Technischen Universität (TU) Wien wurde eine derartige "Belohnung" von Wissenschaftern im Entwicklungsplan angedacht, aber nicht umgesetzt. Indirekt würden Institute nach der Forschungsevaluierung mehr Geld bekommen, wenn sie mehr Projekte durchführen und Förderungen bekommen.

Auch die TU Graz, bei Drittmittel-Erlösen nach eigenen Angaben Spitzenreiter unter den österreichischen Unis, hat kein derartiges Bonus-System. An den Austrian Research Centers (ARC) gibt es dagegen für die Forscher eine Patent-Prämie: Für eine Patentanmeldung in Österreich gibt es 300 Euro, erfolgt eine Patenterteilung weitere 750 Euro. 1.500 Euro "Belohnung" winken schließlich für die erstmalige Patenterteilung im Ausland. (APA)

Info

Drittmittel sind im wissenschaftlichen Betrieb Gelder, die nicht aus dem Budget des zuständigen Ministeriums kommen. Sie werden für konkrete Forschungszwecke verwendet und meist von der Privatwirtschaft zur Verfügung gestellt. Problematisch in diesem Zusammenhang sind mögliche Einflussnahmen der Geldgeber auf die Forschungsfreiheit.

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Posting 1 bis 25 von 78
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CCulv
 
00
3.11.2008, 14:30
Unvollständig recherchiert

3% der geworbenen Drittmittel wäre schön, es sind 3% des "Overheads" der geworbenen Drittmittel, welcher ca 20% der geworbenen Drittmittel ausmacht, also muüsste es richtig heißen: 6 Promille der geworbenen Drittmittel, als 6 Euro pro geworbene 1000 Euro, um es den Prozentrechenschwachen zu erklären, macht etwa bei einer Summe von 100.000 genau 600 Euro aus, 300 frisst die Steuer - na wumm, nun haut's mich um!

Herr Plumm
00
25.9.2008, 08:19

hallo!! was ist da dann mit den postdocs die selber einen antrag stellen und durchbringen...man verdient 1820 netto nach einem naturwissensch. studium (laut fwf) und das nach mind. 8 jahren!! das kann nicht sein, das muss dem staat mehr wert sein. zulagen gibts da übrigens auch keine (gefahren wie radioaktivität usw.), keinen zeitausgleich oder sonst was...es ist nicht schlecht, aber im verhältnis gesehen ein scherz wenn eine MTA 1400 netto bekommt, aber mit zulagen dann auch auf 1600 netto ist...und das gleich am anfang ihrer karriere...obendrein hat die keinen all.inkl. vertrag! da stimmen die verhältnisse nicht mehr!

kasperl-und- Petzi
00
25.9.2008, 02:00
Find ich gut

Find ich gut.
Erstens sind die Professoren und Assistenten auf der uni sowieso unterbezahlt.
Zweitens fehlt ja auch ein gewisser Anreiz ausser dem persoehnlichen forkommen aktiv an der vorfront der Forschung zu Arbeiten.

Im Anglikanischem Raum gibt es das auch und ist auch gut so.

Das sollte an allen unis kommen.


miette
00
2.11.2008, 15:23
finde ich nicht gut

forschung sollte nicht von marktwirtschaftlichen prinzipien abhängen. und so ein system fördert das. auch die tendenz nur der wirtschaft genehme forschungen durchzuführen, steigt.

poldi derdrache
00
25.9.2008, 11:33

hahaha

unterbezahlt?

wohl selber ein prof oder?

kasperl-und- Petzi
00
25.9.2008, 22:44

nein bin ich nicht.
aber wenn der anfangsgehalt eines inst vorstands zwischen 70-80kEuro brutto im jahr ist, der aber fuer vielleicht 5-10 assistenten und dissertanten, usw zustaendig ist es ein witz und wird man niemanden der international angesehen ist finden.

In der wirtschaft ist so jemand mittleres management und verdient sicher mehr.

Auf der anderen seite sollte das Gehalt abhaengig von der performance sein sodass faule profs das sicher nicht bekommen. deswegen fuer mehr anreize, bonus und weniger grundgehalt

poldi derdrache
00
26.9.2008, 09:54

na ich glaube der hauptteil eines profs sollte sein zu unterrichten. punkt und aus.

und ja wenn man forschung betreiben will sollte das in verbindung mit der wirtschaft geschehen. zu unterricheten und zu forschen ist meiner meinung nach nicht vereinbar.

kasperl-und- Petzi
00
27.9.2008, 00:39

na ja es heist ja lehren und forschen und punkt aus.
Wenn man nur forschung fuer die industrie gemacht haette wuerde es viele dinge nicht geben da die industrie nicht vorrausschauend plant. it is die aufgabe der oeffentlcihkeit an dingen zu forschen die vielleicht auch niemals eine anwendung haben (siehe LHC) aber dem wissen der menschheit dient.

an allen "elite " unis weltweit haben die profs relativ wenig lehre zu tun und deren hauptaugabe ist die forschung. das hat zwei gruende.
wenn mn nur 1-2 VL halten muss auf seinem spezialgebiet kann man diese dafuer besser machen.
Man ist dafuer auf seinem gebiet an der vorfront der forschung tatig und kann das dann auch an die studenten besser weitergeben.


poldi derdrache
00
27.9.2008, 14:06

na ich glaube eine elite uni sollte gute schüler hervorbringen und nicht gute forschungsergebnisse haben.
das forschen sollt bei der ausbildung eher eine nebensächliche rolle spielen!

miette
00
2.11.2008, 15:26
geh aber

forschung ist doch teil der ausbildung. ich geh doch nicht auf ne uni um nicht auch zumindest ansatzweise forschen zu lernen. und dass aktuelle forschung mit lehre verlinkt ist, das ist schon gut so, die lehre soll ja inhaltlich nicht nachhinken, oder? sondern am besten vorne mit dabei sein. ich finde, das ministerium sollte den unis sehr viel mehr geld geben, für lehre und für forschung. von drittmitteln halte ich nicht viel.

poldi derdrache
00
2.11.2008, 17:05

hmm glaube sie verwechseln das!

ausbildung heiß etwas lernen nicht etwas erfinden!

kasperl-und- Petzi
00
27.9.2008, 19:13

na ja eigentlich spielts ja keine rolle was sie glauben.
sondern was sache ist und fact ist nun mal das eine elite uni hauptsaechlich am wissenschaftlcihen output gemessen wird der die studenten (nicht schueler) mitreisst.
und wer macht dann die forschung wenn nicht die leute auf der uni?

Nochaml eine uni ist eine uni und keine schule. Auch wenn aus polit. gruenden manche schulen heute unis werden. es heist lehren und forschen.

poldi derdrache
00
27.9.2008, 20:13

fact ist dass die elite unis nicht sudern sonder kreativ sind!
fact ist dass in österreich ein paar alte irre sich prof schimpfen und glauben der steuerzahle hat das zu machen was sie glauben
fact ist das wo ich sie miteinschließe in österreich die profs als arrogant und selbtverherlichend bekannt sind!
fact ist dass in österreich keiner bereit ist neues einzuführen was zu stillstand führt!
fact ist das wenn es so weiter geht zum untergang der österreichischen unis führt!
fact ist dass ich sie dafür verantwortlich mache!
f

miette
00
2.11.2008, 15:26
fact ist

dass eliten abgeschafft gehören

kasperl-und- Petzi
00
27.9.2008, 20:36

danke das sie mich so wichtig nehemn das ich dafuer verantwortlich bin.
Ich finde es nciht o.k. das sie hier mich fuer irgendwas verantwortlich machen.
ich denke das ihr ton hier nciht der richtige ist.
Auch denke ich das sie von forschung keine ahnung haben und wahrscheinlich selber nie in der forschung tatig waren und vom unibetrieb ebenfalls nciht.
sie sind vielleciht nur einfach nur ein enteauschter student oder diplomant.

Sag ja nicht das alles super is auf den unis und profs der weisheit letzter schluss and ja es gibt die freundeskreise und seilschaften. aendert aber ncihts daran das die unis eben auch zur forschung da sind und nicht nur zum lehren.


kasperl-und- Petzi
00
27.9.2008, 15:24

Also soweit ich weis gibt es keine sogenante elite uni die nicht auch vorreiter in der forscung ist sonst wahrs ja keine elite uni.
Im anglikanischen raum gibts meistens 2 arten von unis.
die lehre orientierten wo der prof viel lehrverpflichtung hat und die eher forschungs oreintierten wo die profs nur wenig lehre machen muessen dafuer aber viel forschung. na und wo glauben sie zaehlen MIT, berkley, oxford, haward dazu?
es wollen halt die wenigsten welt spitze leute viel lehre machen sondern freie forschung. nobelpreistraeger koenen da schon waehlerisch sein.

Gute studenten bringt man hervor wenn man auf der einen seite anstaendige lehre macht und auf der andern seite die vorfront der forschung ist und die studenten darin einbinded.


miette
00
2.11.2008, 15:32
erstens

werden bei weitem nicht alle studierende aus harvard o.a. elite unis auch tolle forscherInnen. sogar dort zählt, wieviel man bezahlen kann und wo man sonst noch ruhm und ehre aufweisen kann, das erklärt warum alle möglichen hollywood schauspielerInnen dort dann auch mal studieren. die haben gezeigt was sie für die gesellschaft tun und zahlen können sie auch. also, es geht nicht immer ums niveau. zweitens sind keine dieser elite unis vorreiter wenn es um kritisches denken geht, und rankings zählen vorallem für naturwissenschafte. drittens ging auch g.w. bush nach yale, und ob der dort gute noten hatte oder nicht, ist egal. der typ ist hochgradig inkompetent. elite ist ein wort, das über tatsachen hinwegtäuscht.

poldi derdrache
00
27.9.2008, 20:05

ja und das sind öffentliche unis?

glaubens das der steuerzahler das zahlen kann?

hier gibt es nur ein chance:

die wirtschaft mit einbinden in die forschung!
diese unis die sie aufzählten machen auch nichts anders!
fürs unterrichten soll der staat aufkommen!

wünsch dir was hat einmal gegeben und die österreichischen unis sind fern ab von elite unis!

wir sollte die kirche im dorf lassen. wenn man besser werden will muss man auch kreativ sein. nur zu sagen der staat zahl zu wenig ist äusserst dürftig!

Genosse aus der Gosse
00
3.10.2008, 22:19

UCLA, UCSF, U of Chicago, Oxford, Cambridge, UCL (London) und Imperial College...alles ÖFFENTLICHE unis...die liste ist beliebig fortsetzbar. diese unis gelten deswegen als elitär weil sie forschungsmäßig top sind.

poldi derdrache
00
4.10.2008, 10:01

ja aber die finanzieren ihre forschung selber und rufen nicht immer nach dem staat!

die profs in österreich sind einfach zu verwöhnt und bekommen ihren arsch nicht aus den sesseln!

man sperrt sich gegen änderungen und das bedeutet immer stillstand! diesen stillstand muss nun der steuerzahler seit jahrzehnten ertragen und die unis rutschen immer weiter ab! für einen durchschnittsösterreicher (das volk) schon lange offensichtlich für die politiker und profs aber noch nicht real! mir kommt das manchmal so vor wie das was einer vor 70 jahren so gemacht hat! der hat auch mit einheiten gespielt und spekuliert die es in wirklichkeit gar nicht gab!

kasperl-und- Petzi
00
27.9.2008, 20:29

Manche sehr gute unis sind oeffenliche unis
Und auch nicht oeffetnliche unis leben zu einem gutteil vom steuerzahler.

Sagt ja keienr das die witschaft nciht eingebunden werden soll. nur grundlagenforschung wird nciht von der wrtschaft bezahlt.
Schlimm wirs dann wenn die unis sich and die wirtschaft verkaufen.
aber diese diskussion verlangt mehr zeit als diese paar zeichen hier.

Markus M.
15
23.9.2008, 06:17
Nach meiner Erfahrung

im akademischen Forschungsbereich, verwenden die meisten Forscher die erste Haelfte des Tages dazu, Antraege zu schreiben und die zweite Haelfte darauf, Berichte darueber zu schreiben, was sie in der ersten Haelfte des Tages gemacht haben.

uni kum
03
23.9.2008, 10:55
Soso.

Und die paper schreiben sich von selbst?

Hubert Ungeist
 
00
23.9.2008, 09:10
Leicht überspitzt..

aber nichts ungewöhnliches.

Ist in großen KOnzernen genauso

oOMilessmilesOo
00
23.9.2008, 10:28

achso? in konzernen ist das so? den chef möchte ich sein, der seine mitarbeiter in Ihrer arbeitszeit gerne antragsformulare schreiben sieht, anstatt zu arbeiten ...

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