Jansa hofft auf Auslandswähler und Neuauszählungen

22. September 2008, 06:17
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Premier gratuliert Pahor "unter Vorbehalt", räumt aber ein, dass Mitte-Links-Parteien bessere Chancen auf Regierungsbildung haben

Ljubljana - Angesichts des knappen Ergebnisses der slowenischen Parlamentswahl am heutigen Sonntag will sich Ministerpräsident Janez Jansa noch nicht geschlagen geben. Jansa sagte am Sonntagabend vor Journalisten in Ljubljana (Laibach), dass seine Slowenische Demokratische Partei (SDS) nach dem vorläufigen Endergebnis nur 12.000 Stimmen hinter den Sozialdemokraten (SD) von Borut Pahor liegt. "Es gibt noch 40.000 Stimmen von Auslandswählern (die erst ausgezählt werden, Anm.) und 18.000 Stimmen waren ungültig", deutete Jansa auch die Möglichkeit von Neuauszählungen an.

Gleich viele Mandate

Es sei vor diesem Hintergrund "sehr wahrscheinlich", dass die SDS zumindest nach der Anzahl der Mandate mit den Sozialdemokraten gleichzieht, sagte Jansa. Laut dem vorläufigen Endergebnis hat die SD 29 Mandate und die SDS 28. Er könne Wahlsieger Pahor somit nur "unter Vorbehalt" zum Wahlsieg gratulieren. In der Diaspora haben die slowenischen Rechtsparteien traditionell einen stärkeren Rückhalt als in der slowenischen Gesamtbevölkerung.

Jansa wies auch darauf hin, dass seine Partei in fünf von acht Wahlkreisen "überzeugend gewonnen" hat. Lediglich in der westslowenischen Heimat von SD-Chef Pahor und in den beiden Laibacher Wahlkreisen hätten sich die Sozialdemokraten durchgesetzt. "Das heißt also, dass Ljubljana den Rest Sloweniens besiegt hat", beklagte Jansa die Tatsache, dass "die Stimmen der Reichen" jene der Ärmeren an der Peripherie des Landes ausgestochen hätten.

Mitte-links Trio hat bessere Aussichten auf Regierungsbildung

Der konservative Regierungschef räumte aber ein, dass die oppositionelle Mitte-Links-Allianz bei der Wahl mehr Mandate erreicht habe als die bisherige Regierungskoalition. Er sei daher "Realist" genug, um zu sehen, dass das Mitte-Links-Trio die besseren Aussichten auf eine erfolgreiche Regierungsbildung habe. Es sei aber zu bedauern, dass nun keine "breite Entwicklungskoalition" wie von ihm geplant zustande komme, sondern dass Slowenien eine Rückkehr in die alten ideologischen Grabenkämpfe drohe. "Ich hoffe aber, dass das nicht passieren wird", fügte Jansa hinzu. (APA)

 

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