Reaktionen: Kraftakt für Sozialdemokraten

21. September 2008, 22:50
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Premier Jansa will gratulieren, aber erst wenn die amtlichen Wahlergebnisse den Sieg der Sozialdemokraten bestätigen

Wahlsieger Borut Pahor sagte in einer ersten Reaktion im slowenischen Fernsehen, seine Partei sei mit einer "gemäßigten Politik" erfolgreich gewesen. Dass die Sozialdemokraten die konservative Regierungspartei von Premier Janez Jansa überholt hätten, sei "ein richtiger Kraftakt" gewesen. Bei der Parlamentswahl 2004 waren die Sozialdemokraten mit zehn Prozent der Stimmen abgeschlagen drittstärkste Kraft geworden.

"Für die Sozialdemokraten"

Auf die Frage, ob es sich um eine Niederlage Jansas handle, sagte Pahor: "Die Menschen haben sich für die SD ausgesprochen und nicht gegen die bestehende Regierung." Er versprach, dass er "eine Regierung im Interesse aller" führen wolle.

Premier Jansa sagte, dass er zunächst die amtlichen Resultate abwarten wolle. "Wenn sich dieses Resultat bestätigen wird, dann gratuliere ich Pahor."

Einladung in linke Koalition

Zufrieden mit ihrem Ergebnis zeigte sich auch die erst im Vorjahr gegründete linksliberale Partei "Zares", die mit rund 10 Prozent auf Anhieb den dritten Platz erreichte. Der Chef der mitregierenden Demokratischen Pensionistenpartei (DeSUS), Karel Erjavec, die ihren Stimmenanteil von vier auf knapp sieben Prozent ausbauen konnte, diente sich indes bereits den siegreichen Linksparteien an. "Ich erwarte eine Einladung in eine linke Koalition", sagte Erjavec.

Der Chef der oppositionellen Slowenischen Nationalpartei (SNS), Zmago Jelincic, erwartet dagegen keine Regierungsbeteiligung seiner Partei, "weil der linke Drilling (SD, Zares, Liberaldemokraten, Anm.) genug Stimmen hat". Während der Chef der christdemokratischen Partei "Neues Slowenien" (NSi), Andrej Bajuk, einräumte, dass es für seine Gruppierung "nicht gut aussieht", äußerte er ebenso wie der Vorsitzende der Slowenischen Volkspartei (SLS), Bojan Srot, die Hoffnung auf eine Verbesserung des Ergebnisses.

In Österreich zeigte sich die SPÖ zufrieden mit dem Ergebnis, während die FPÖ den "Linksruck" bedauerte und sich das BZÖ eines Kommentars enthielt. (APA)

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