UN-Afrika-Gipfel: Aufrufe zu verstärkter Entwicklungshilfe

22. September 2008, 20:09
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Ban erinnert reiche Länder an ihre Versprechungen - Fischer trifft afrikanische Staatschefs

New York - Mit einem Aufruf von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an die reichen Länder, ihre Versprechungen gegenüber Afrika zumindest einzuhalten, ist am Montag in New York am Sitz der Vereinten Nationen ein Afrika-Gipfel eröffnet worden. An dem Treffen, bei dem unter anderen Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso das Wort ergriffen, nahm auch Bundespräsident Heinz Fischer teil.

Fischer hatte am Vorabend mehrere hochrangige Vertreter afrikanischer Staaten, darunter den Präsidenten von Mosambik, Armando Guebuza, zu einem Abendessen eingeladen. Der Bundespräsident wollte im Verlauf seines New-York-Aufenthalts zudem bilaterale Gespräche mit Somalias Präsident Abdullah Yusuf, Ruandas Präsident Paul Kagame und dem Staatschef der Zentralafrikanischen Republik, Francois Bozize, führen.

"Unsere eigene Zukunft"

Frankreichs Präsident und EU-Ratsvorsitzender Sarkozy betonte in seiner Rede im UN-Hauptquartier, dass die Europäische Union ihre Hilfzusagen gegenüber Afrika einhalten werde. Bis 2015 wolle die EU 0,7 Prozent ihres Reichtums für Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen. Diese Hilfe sei auch eine Investition "in unsere eigene Zukunft", eine globalisierte Welt brauche ein sich entwickelndes Afrika.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban die G-8-Staaten daran erinnert, dass sie bei ihrem Gipfel im Jahr 2005 versprochen hatten, die Hilfe für Afrika bis 2010 um 25 Milliarden Dollar zu erhöhen. Diese Zusagen seien jedoch nicht eingehalten worden. Die reichen Länder sollten aber ihre Entwicklungshilfe verdoppeln, angesichts der Tatsache, dass sie weit größere Summen für Agrarsubventionen ausgeben.

Der Präsident von Tansania und Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), Jakaya Kikwete, sagte, Afrika sei zwar der ärmste Kontinent, aber kein hoffnungsloser Fall. Er rief die Geber-Länder dazu auf, vermehrte Anstrengungen zur Vergrößerung der Entwicklungshilfe zu unternehmen. Diese Hilfe sei eine moralische Verpflichtung und kein Akt der Barmherzigkeit. Der Vorsitzende der AU-Kommission, Jean Ping, sagte, Afrika wolle ein Kontinent wie alle anderen werden.

Davon ist Afrika allerdings noch weit entfernt. Nach Einschätzung Bans wird wahrscheinlich kein afrikanischer Staat bis 2015 die im Jahr 2001 festgelegten so genannten Millenniums-Ziele erreichen - trotz großen wirtschaftlichen Fortschritten in einigen Ländern des Kontinents. Zwei Fünftel der Bevölkerung leben in extremer Armut. Dazu kommen Hunger, bewaffnete Auseinandersetzungen, Flüchtlingskrisen, Umweltkatastrophen sowie Epidemien wie Aids und Malaria in großen Teilen des Kontinents.

Auch die Entwicklung demokratischer Strukturen und der Rechtsstaatlichkeit sowie die Einhaltung der Menschenrechte ist nicht allgemein befriedigend. Ban jedoch wies darauf hin, dass die jüngste Einigung zwischen den politischen Lagern in Simbabwe ein Beispiel für eine Krisenlösung in anderen afrikanischen Ländern darstellen könnte. (APA)

 

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