Obama und McCain lassen Wirtschaftsberater antreten

21. September 2008, 17:47
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Die Krise als Thema der ersten TV-Debatte

Washington/Wien - Es sind noch vier Tage bis zur ersten von drei TV-Debatten zwischen Barack Obama und John McCain. Millionen Zuseher werden kommenden Freitag das Duell der beiden Präsidentschaftskandidaten mitverfolgen. Die US-Bürger erwarten sich dabei vor allem eines: Schlüssige Antworten, wie denn die Demokraten und die Republikaner gegen die Finanzkrise vorzugehen gedenken.

Obama holte deswegen in den vergangenen Tagen seine Wirtschaftsberater zusammen, um das Rettungspaket der Regierung Bush zu bewerten. Ex-Finanzminister und Citigroup-Banker Robert Rubin, der frühere Fed-Vorsitzende Paul Volcker und Larry Summers, ebenfalls ein ehemaliger Finanzminister, sollten den demokratischen Senator fit für die kommenden Tage und die Debatte machen.

Inhaltlich hielt sich Obama vorerst eher bedeckt: Er wünsche sich mehr ökonomische Anreize im Rettungsplan Bushs, sagte der Demokrat am Rande eine Wahlveranstaltung in Florida. "Das Paket darf nicht nur Wall Street nützen, es muss auch Main Street helfen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen in ihren Jobs und in ihren Häusern bleiben."

Sein republikanischer Widersacher John McCain verließ sich indes auf den Zuspruch des Stanford-Ökonomen John Taylor, der schon Präsident Bush beraten hat. Den aktuellen Rettungsplan selbst wollte der Senator am Wochenende noch eingehend prüfen. Zugleich sprach er sich erneut für eine Bundesbehörde aus, die die Finanzinstitutionen überwachen solle.

Seinen demokratischen Gegner griff McCain unterdessen wegen dessen angeblicher Nähe zu dem frühe-ren Fannie-Mae-Chef James Johnson an. Ihm selber allerdings werden enge Beziehungen zu Investmentbanken wie Merrill Lynch ebenso wie zum gestrauchelten Versicherungsriesen AIG nachgesagt. In den vergangenen Jahren war McCain im Senat stets als hartnäckiger Befürworter von Deregulierungen aufgetreten.

Diese forderte er zuletzt auch im Gesundheitswesen und im amerikanischen Markt für Krankenversicherungen. Obama konterte umgehend und verglich das Vorhaben mit der aktuellen Finanz- und Bankenkrise: "Sie wollen die Krankenkassen so Geschäfte machen lassen, wie Sie Wall Street Geschäfte machen haben lassen. Senator McCain, ich kenne ein paar kleine Leute, die das für keine besonders gute Idee halten." (pra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2008)

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