Konzern arbeitet Rückstau bei Aufträgen zügiger ab

21. September 2008, 17:27
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Neue EADS-Probleme beim Militärtransporter A400M

Toulouse - Airbus-Chef Tom Enders ist froh über jeden Superairbus A380, den er an Kunden übergeben kann: wenn auch wegen enormer Produktionsverzögerung weit hinter Zeitplan. Etwa vergangenen Freitag, als die australische Qantas als bisweilen dritte Fluglinie ihren ersten von 20 bestellten Airbus A380 erhalten hat - mit 26 Monaten Verspätung. "Wir wissen, wie man einen A380 baut, aber es ist in der Tat so, dass wir die Komplexität dieses Flugzeuges unterschätzt haben", erklärte Enders im Gespräch mit dem STANDARD.

Airbus will zwar dieses Jahr insgesamt zwölf A380 ausliefern (nächstes Jahr sollen es 24 sein), von der ursprünglichen Planung, 45 A380 pro Jahr herzustellen, ist man aber weit entfernt. "Es gibt noch genügend Probleme. Aber ich glaube, wir sind gut unterwegs. Ich will nicht spekulieren, aber in zwei bis drei Jahren, wenn wir alle unsere Verbesserungen hinter uns haben, sollten wir den angepeilten Level letztendlich erreichen."

Ungeachtet der Krisen in der Luftfahrt und an den Finanzmärkten, plant Airbus, die Produktion der Flugzeuge bis 2010 nahezu um ein Drittel zu erhöhen. John Leahy, oberster Flugzeugverkäufer bei Airbus, will die A320-Produktion von rund 36 Flugzeugen pro Monat auf 40 steigern, beim Langstrecken-Airbus A330 von acht auf bis zu elf monatlich. "Die Nachfrage nach modernen Flugzeugen ist da", sagte Leahy.

Obgleich 30 Fluglinien in den letzten zwölf Monaten in die Pleite geflogen sind, plant Airbus dennoch, bis 2010 über 600 Flugzeuge pro Jahr herzustellen. 2008 werden erst 470 Stück produziert. Derzeit sind 3700 Flieger bestellt. Das garantiere die Auslastung der Werke für die nächsten sechs Jahre.

Probleme hat der EADS-Konzern, die Mutter von Airbus, genug. Laut einem Spiegel-Bericht droht das Unternehmen mit dem Abbruch der Entwicklung des neuen Militärtransporters A400M, falls die sieben europäischen Käufernationen EADS finanziell nicht entgegenkommen. Das Projekt, das wegen technischer Probleme in Verzug geraten sei, bereite EADS "beträchtliche Schwierigkeiten" und sei ein "hochgradig negatives Geschäft" , schrieb Konzern-Chef Louis Gallois demnach in einem Brief an den deutschen Verteidigungsminister Franz Josef Jung. (Kurt Hoffmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2008)

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