Anhänger von ÖVP und Grünen zweifeln an Erfolg

21. September 2008, 16:24
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Umfrage: Nur 14 Prozent können die Konzepte der Parteien auseinanderhalten - Wähler von SPÖ und FPÖ viel stärker vom eigenen Erfolg überzeugt

Linz - Der Wahlkampf geht zu Ende - aber wem hat er etwas gebracht? Das Linzer market-Institut ist dieser Frage nachgegangen und hat festgestellt: 42 Prozent sehen eine durch den Wahlkampf verbesserte Stimmung für die SPÖ, 41 Prozent stellen dasselbe für die FPÖ und sogar 56 Prozent für das BZÖ fest. Das geht aus der in der Vorwoche unter 500 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten durchgeführten Umfrage hervor.

"Das BZÖ ist ja auch aus einer ganz schwachen Position gestartet, da hat das Antreten von Jörg Haider sicher eine wahrnehmbare Verbesserung gebracht. Bemerkenswert ist aber, für wen die Stimmung nicht besser geworden ist:51 Prozent sagen ausdrücklich, die Stimmung sei für die ÖVP heute schlechter als zu Beginn des Wahlkampfs - nur elf Prozent sehen eine Verbesserung. Damit liegt die ÖVPstimmungsmäßig auf demselben Niveau wie das Liberale Forum, dem auch nur zehn Prozent eine Verbesserung attestieren" , sagt market-Chef Werner Beutelmeyer.

Für den Standard hat er die Auffälligkeiten seiner Umfragewelle aus der Vorwoche zusammengefasst: Demnach werden vor allem die Kandidaten Haider und Strache bei einer persönlichen Bewertung als besser eingestuft - und zwar von jeweils zwei Dritteln der Wahlberechtigten. Werner Faymann überstrahlt die beiden mit 76 Prozent, während Molterer mit 54 Prozent deutlich zurückfällt.

Die Bestnote ("hat sich stark verbessert" ) bekommt Molterer nur von 22 Prozent, Faymann aber von 50 Prozent.
Bemerkenswert sei, dass die bekennenden Anhänger der ÖVP deutlich weniger stark entschlossen sind, ihrer Präferenz auch durch eine Stimmabgabe Ausdruck zu verleihen, als das bei den SPÖ- und FPÖ-Anhängern der Fall ist. Mehr als die Hälfte der ÖVP-Anhänger glaubt nicht an einen Erfolg der eigenen Partei - bei den Grün-Wählern ist es ähnlich.

Dagegen sind die Freiheitlichen zuversichtlich. Im Unterschied zu früheren Befragungen haben sie auch keine Scheu mehr, sich als solche zu deklarieren. In der jüngsten Umfragewelle finden sich unter 500 Befragten 48 bekennende FPÖ-Wähler.

Nur etwa jeder vierte ÖVP-Anhänger habe den Eindruck, dass die Stimmung für seine Partei während des Wahlkampfs besser geworden sei. Unter den Sozialdemokraten spüren dagegen rund zwei Drittel eine bessere Stimmung.

Stimmungsfragen dürften diesmal von besonderer Bedeutung sein: Nur 14 Prozent der Befragten geben an, dass sie sehr deutliche Unterschiede der Wahlprogramme erkennen können, ein weiteres Viertel sieht immerhin gewisse Unterschiede. Angesichts der Wirtschaftslage ist der Optimismus auf 36 Prozent gesunken - 63 Prozent bekennen sich als verunsichert oder gar pessimistisch. (Conrad Seidl/DER STANDARD Printausgabe, 22. September 2008)

 

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