Ring frei für den Baubeginn

21. September 2008, 16:15
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Investor Mateschitz und das Land Steiermark einigen sich auf die Finanzierung der Renn­strecke, die Bagger könnten in Kürze anrollen

Spielberg - In der Steiermark wird gefeiert. "Endlich ist es fix - hoch die Gläser! Baustart für den Red-Bull-Ring, jetzt fahren die Bagger wirklich auf", jubelten regionale Medien. Dieser Champagner wird freilich teuer werden. Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann hatte am Wochenende verkündet, dass nun "endlich der Startschuss" für das Motorsportprojekt von Red Bull im obersteirischen Spielberg fallen könne.

Nach entsprechenden Verhandlungen wolle Konzernchef Dietrich Mateschitz nun 70 Mio. Euro investieren, die beidseitige Vereinbarung solle heute, Montag, in der Landesregierung beschlossen werden. Nachsatz: Das Land werde rund neun Mio. Euro an Förderungen zuschießen. Mateschitz habe mehr gewollt, das sei aber EU-rechtlich nicht möglich gewesen, sagte Buchmann am Sonntag zum STANDARD.

Die Steiermark wird trotzdem noch tiefer in die Steuertasche greifen müssen. Mateschitz wird zusätzlich 1,453 Mio. Euro an sogenannten Instandhaltungszuschüssen, die ihm aus alten Ö-Ring-Verträgen zustehen, erhalten. Wenn er dafür Rechnungen vorlegt, sagt Buchmann. Jene 3,6 Mio. Euro einmaliger Baukostenzuschuss, die ebenfalls "altvertraglich" fixiert sind, werden aber in die allgemeine Neun-Millionen-Förderung einfließen.

Mateschitz habe zwar auf einer "additiven Rechnung" bestanden, dies sei EU-förderrechtlich aber nicht möglich gewesen, sagt Buchmann. Dafür wird das Land Grundstücksablösen von Anrainern in der Höhe von 2,8 Mio. Euro übernehmen. Was Mateschitz nun tatsächlich in Spielberg plant, darüber weiß man in der Landesregierung weiterhin "nix Genaues" . Denn mit Mateschitz persönlich hat niemand verhandelt. Buchmann: "Es wurde nur mit dem steirischen Statthalter oder den Anwälten verhandelt. Mit Mateschitz direkt nie."

Der "neue Spielberg-Ring" ist das abgespeckte Modell des abgespeckten Monsterprojektes, mit dem Mateschitz vor dem Umweltsenat gescheitert ist. 700 Mio. Euro sollten ursprünglich in eine Motorsportarena investiert werden. Das Projekt platzte trotz Redimensionierung, weil Partner absprangen. Die Steiermark hielt daran fest und erledigte für Mateschitz das UVP-Verfahren, was mindestens 4,5 Mio. Euro kostete. Diese Woche könnten die Bauarbeiten beginnen. Wenn es sich Mateschitz nicht wieder anders überlegt. (Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2008)

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