Schwerpunkttests nach chinesischem Milchskandal in Österreich

21. September 2008, 14:42
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Lebensmittelaufsicht soll unter anderem China-Restaurants, Asia-Shops und Fitness-Studios im ganzen Land kontrollieren

Wien - Auf herkömmlichen Vertriebswegen darf chinesisches Milchpulver gar nicht nach Österreich gelangen. "Es geht also darum, sich anzusehen, ob es andere Vertriebswege gibt", erläuterte Oskar Wawschinek, Sprecher der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Sonntag. Ab kommender Woche sollen sich Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht im Rahmen einer Schwerpunktaktion besonders darum kümmern, ob verunreinigtes chinesisches Milchpulver illegal nach Österreich gelangt sein könnten. Wawschinek und Ulrich Herzog, Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium, bestätigten am Sonntag entsprechende Medienberichte.

Besonders China-Restaurants, Asia-Shops, aber auch Fitnessstudios und Geschäfte, in denen Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, sollen die 250 Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht besonders überprüfen und auch an Ort und Stelle Kontrollen vornehmen. "Es geht ja beim chinesischen Milchpulverskandal darum, dass mit den Chemikalien Proteingehaltsfälschungen betrieben werden", erläuterte Herzog den Fokus auf Fitnessstudios und Nahrungsergänzungsmittel-Shops.

"Kein Hinweis"

Herzog betonte, es handle sich um eine Vorsorgemaßnahme. "Es gibt keinen Hinweis, dass chinesisches Milchpulver nach Österreich gekommen ist."

Die französische EU-Ratspräsidentschaft in Paris hatte laut dpa bereits am Samstag mitgeteilt, dass bisher keine chinesische Milch in Europa entdeckt worden ist. Der Import chinesischer Milchprodukte sei seit 2002 untersagt, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung mehrerer betroffener Ministerien.

Die französische Verbraucherbehörde habe dennoch - wie von der EU-Kommission empfohlen - zusätzliche Kontrollen angeordnet. Chinesische Hersteller hatten Milchpulver und Frischmilch mit giftigem Melamin vermischt, um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. Vier Säuglinge starben, etwa 6.200 Kinder erkrankten an Nierensteinen. (APA)

 

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