Werder führt die Bayern vor

20. September 2008, 17:52
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Bremen feierte mit Prödl 5:2-Kan­tersieg gegen Meister - Münchner sorgten erst in Schlussphase für Ergebnis­kosmetik

München - Deutschlands Fußball-Vizemeister Werder Bremen hat Titelverteidiger Bayern München am Samstag in der fünften Bundesliga-Runde die erste Saisonniederlage zugefügt. Die Elf von Coach Thomas Schaaf, bei der ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl auf der ungewohnten Position rechts in der Abwehr durchspielte, deklassierte den Meister, der in der Meisterschaft zuletzt am 15. März in Cottbus verloren hatte (0:2), in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena gleich mit 5:2 (2:0). Die Bremer zogen damit an den punktgleichen Bayern vorbei und sind Vierter.

Ungewohnte Effizienz

Die Bremer starteten stark in die Partie, standen eng am Mann und ließen kaum Torchancen zu. Zudem glänzten die Schaaf-Schützlinge im Gegensatz zur Champions-League-Auftaktpartie gegen Anorthosis Famagusta (0:0) diesmal auch mit der nötigen Effizienz. Nur Claudio Pizarro hatte in der Anfangsphase noch Pech: Ein Heber des peruanischen Werder-Stürmers, nachdem er sich auf der linken Seite gegen Demichelis durchgesetzt hatte, ging an die Stange (18.).

Zwölf Minuten später durften die mitgereisten Anhänger der Bremer erstmals jubeln. Nach einem herrlichen Özil-Lochpass traf Markus Rosenberg mit dem rechten Außenrist unhaltbar für Michael Rensing ins lange Eck (30.). Auch beim zweiten Treffer hatte der Ex-Schalker Özil seine Beine im Spiel. Einen Freistoß des jungen Mittelfeldspielers verpasste der aufgerückte Prödl zwar um Zentimeter, der vom Österreicher irritierte Rensing konnte den Ball aber nur kurz abwehren und Naldo staubte kurz vor dem Pausenpfiff zum 2:0 ab (45.). Die Bayern fanden vor dem Seitenwechsel nur eine wirklich gefährliche Chance vor, Tonis Kopfball aus zehn Metern ging aber zu schwach und zentral in Richtung Werder-Goalie Tim Wiese (39.).

Rensing machte schlechte Figur

In der zweiten Hälfte ging es in einer ähnlichen Tonart weiter, die Abwehr der Münchner war dabei genauso wie Goalie Rensing ein ständiger Unsicherheitsfaktor. Özil zog vom linken Strafraumeck ab und traf genau ins Kreuzeck (54.). Dem noch nicht genug erhöhte Pizarro gegen seinen Ex-Club aus kurzer Distanz auf 4:0 (59.). Die Bremer waren in dieser Phase in richtiger Spiellaune und legten auch noch einen weiteren Treffer nach: Nach einer Diego-Flanke reagierte Rensing im Duell mit Mertesacker zu zaghaft und der Schwede Rosenberg machte mit seinem zweiten Tor das 5:0 (67./Volleyschuss) perfekt.

Daraufhin schalteten die Bremer etwas zurück, kam die Truppe von Coach Jürgen Klinsmann besser ins Spiel und versuchte alles, um zumindest noch Ergebniskosmetik zu betreiben. Mehr als ein Doppelpack des zur Pause eingewechselten Ex-Bremers Tim Borowski (71./85.) war aber trotzdem nicht drinnen. Prödl bot bei den Siegern eine ansprechende Leistung. "Sebastian hat eine gute Partie über rechts gemacht", lobte auch Deutschlands Ex-Teamstürmer Fredi Bobic den Abwehrspieler in der Analyse auf ATV. Martin Harnik kam demgegenüber einmal mehr nicht zum Zug.

Fuchs wurde eingewechselt

Der Ex-Mattersburger Christian Fuchs musste beim 1:1-Remis vom VfL Bochum bei Tabellenschlusslicht Energie Cottbus lange Zeit warten, ehe er in der 77. Minute rechts in der Viererkette für Bönig eingetauscht wurde. Dennis Sörensen hatte den Außenseiter in Führung gebracht (13.), Anthar Yahia (48.) war aber noch der verdiente Ausgleich für die Bochumer geglückt.

Neuer Tabellenführer vor den Sonntagsspielen ist der FC Schalke 04, der sich gegen Eintracht Frankfurt (ohne Ümit Korkmaz/17. Tabellen-Platz) dank eines Eigentores von Patrik Ochs (41.), mit 1:0 durchsetzte. Hertha BSC (7.) feierte bei Borussia Mönchengladbach (16.) einen knappen 1:0-Auswärtssieg (Kacar/11.), Arminia Bielefeld (12.) gewann gegen den 1. FC Köln (13.) mit 2:0 (Kamper/74., Wichniarek/76.). (APA)

 

 

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    Markus Rosenberg eröffnete den Bremer Torreigen und schloss ihn auch ab.

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    Die Werderaner feiern, Sebastian Prödl nach einer guten Leistung mitten drin (Nummer 15).

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    Bittere Momente für Luca Toni.

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