Hintergrund: Fliegerbomben mit Säurezünder

20. September 2008, 12:00
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Sprengkörper mit besonderer Heimtücke - Detonation erst viel später

Wien - Neben den klassischen Fliegerbomben wurden im Zweiten Weltkrieg auch Sprengkörper mit Säurezünder eingesetzt. Sie sollten erst wesentlich später, wenn die Bewohner bereits in ihre Häuser zurückgekehrt waren, hochgehen und damit sowohl Schaden als auch Schrecken maximieren. Auch Helfer bei Aufräumarbeiten sollten damit getroffen werden. Bomben mit Säurezündern wurden leicht mit Blindgängern verwechselt.

Säurezünder funktionierten, indem im Zünder der Bombe eine mit Aceton gefüllte Glasampulle eingebaut war. Wenn die Bombe auf den Boden aufschlug, sollte das Glas zerbrechen und das Aceton auf ein Plättchen aus Zelluloseacetat tropfen. Dieses hielt den von einem Federkiel vorgespannten Schlagbolzen. Das Aceton machte das Plättchen weich, bis die Schreibfeder den Schlagbolzen losriss und auf den Detonator trieb, heißt es bei "Wikipedia" und anderen Websites. Normalerweise lösten solche Zünder bis zu 144 Stunden nach dem Aufschlag aus.

Sogenannte Langzeitzünder wurden übrigens von beiden Seiten im Zweiten Weltkrieg verwendet. Auch die deutsche Luftwaffe warf bereits Bomben mit Spätzündern über England ab. Bomben mit Säurezündern werden als besonders gefährlich eingeschätzt, da man wenig über den Zustand des Zünders weiß. Spontandetonationen ohne erkennbare Ursache sind möglich. Nach einer Schätzung des Vorjahres sollen in Österreich noch rund 15.000 Sprengkörper liegen. (APA)

 

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