Merkel fordert mehr Regulierungen und Transparenz

20. September 2008, 09:29
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Scharfe Kritik an Regierungen in Washington und London wegen Bankenkrise - "Freiwilligen Regelungen zu lange widersetzt"

Berlin - Vor dem Hintergrund der weltweiten Bankenkrise hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten gefordert und zugleich die Regierungen der USA und Großbritanniens scharf kritisiert. "Wir brauchen neben nationalen Regeln auch mehr internationale Vereinbarungen gegen unverantwortliche Finanzspekulationen", sagte Merkel dem "Münchner Merkur" (Montagausgabe) in einem Interview. Politik und Wirtschaft müssten "die aktuelle Krise zum Anlass nehmen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen", sagte die Kanzlerin.

"Ich kritisiere das Selbstverständnis der Finanzmärkte. Leider haben sie sich freiwilligen Regelungen zu lange widersetzt, unterstützt von den Regierungen in Großbritannien und den USA." Im internationalen Finanzsystem könne ein einzelner Staat wie Deutschland auf nationaler Ebene allein wenig ausrichten. "Deshalb habe ich schon 2007 gemeinsam mit Finanzminister Steinbrück während der deutschen G8-Präsidentschaft darauf gedrängt, dass wir mehr Regeln brauchen - für mehr Transparenz bei internationalen Geldgeschäften, bei Rating-Agenturen und Hedge-Fonds. Dadurch kam auch einiges in Gang, aber vor allem in den USA und in Großbritannien wurde es nicht in dem erforderlichen Maß unterstützt", monierte Merkel. "Das war zunächst bedauerlich, hat sich in der Zwischenzeit aber geändert." (APA/dpa)

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