Van der Bellen auf Stimmenfang bei Homos und Heteros

20. September 2008, 08:43
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Grünen-Chef: Schande, dass wir in Österreich immer noch über grundlegende Menschenrechte diskutieren

Wien - Homo oder Hetero - das ist Grünen-Chef Alexander Van der Bellen egal, wie er bei seiner Wahlampftour am Freitag in Wien offensichtlich deutlich machen will. Nach einer Diskussion mit Jugendlichen im Grünen-Zelt vor der Oper, einer Rede auf dem Naschmarkt, beendet er seinen Tag im Schwulen-Cafe Savoy: "Jede Stimme zählt", ruft er den Gästen zu und erinnert an die letzten Wahlen, wo 500 Stimmen seiner Partei den dritten Platz vor der FPÖ bescherten.

Der Zeitplan ist dieser Tage straff für den Grünen Spitzenkandidaten. Nach mehreren Interviews am Vormittag begibt er sich am frühen Nachmittag in die weißen Zelte vor der Oper, die seine Partei für den Wahlkampf aufgebaut haben. Eine Diskussion mit Jugendlichen steht auf dem Programm, am Nachmittag gehts dann zum Naschmarkt, wo er zusammen mit seinen Parteikollegen Eva Glawischnig, Maria Vassilakou und Karl Öllinger von und neben der extra aufgebauten Bühne weiter für seine Partei, Stimmung macht. Den musikalischen Rahmen liefert die Gruppe 77 Sunset Strip, die unter anderem den Titel "Faith" (Hoffnung) zum Besten gibt.

Applaus im Cafe Savoy

Als Van der Bellen am Abend leicht verspätet das Schwulen- und Lesben Lokal "Savoy" betritt, wird er von rund 50 Gästen mit Applaus begrüßt. Vor seinem großteils homosexuellen Publikum bekräftigt er die Forderung nach der Homo-Ehe. "Es ist eine Schande, dass wir immer noch über grundlegende Menschenrechte in diesem Land diskutieren müssen", empört sich der Professor. Er erinnerte an jüngste Fernsehdebatten, in denen er sich für die Eheschließung von Lesben und Schwulen vor dem Standesamt ausgeprochen hatte.

Einen Seitenhieb auf das Liberale Forum kann er sich dabei nicht verkneifen: Dass sich Heide Schmidt "überhaupt nicht" zu dem Thema geäußert habe, habe ihn schon gewundert, meint er. Es gehe um eine Richtungswahl zwischen den Grünen und der FPÖ, bekräftigte er das Wahlkampf-Motto seiner Partei. Den Freiheitlichen warf er vor, Angst vor Lesben und Schwulen zu haben - das sei unter Jörg Haider (B) anders gewesen, merkte er an und erntete dafür lautes Lachen des Publikums. (APA)

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