USA entthront Europa

21. September 2008, 10:47
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Jim Furyk fixierte vor­zeitigen Titelgewinn im 37. traditionellen Ver­gleich - Neuling Kim demontierte Routinier Garcia

Louisville/Kentucky - Europas Vorherrschaft im Ryder Cup ist am Sonntag nach drei Siegen in Serie zu Ende gegangen. Die USA hat den Titelverteidiger bei der 37. Auflage des bedeutenden Kontinentalwettkampfs der Golfprofis auch ohne den verletzten Superstar Tiger Woods mit 16,5:11,5 entthront.

In fünf der letzten sechs Ryder Cups hatten die Europäer triumphiert. Zuletzt, 2004 und 2006, hatte Europa die US-Amerikaner sogar jeweils mit dem Rekordergebnis von 18,5:9,5 gedemütigt.

Ein Debütant als Symbolfigur

Die Symbolfigur des ersten US-Triumphs seit 1999 war der erst 23-jährige Debütant Anthony Kim. Er hatte schon in den Doppeln an der Seite von Phil Mickelson überzeugt. Im ersten Einzel des Sonntags erledigte er mit Bravour jene Aufgabe, die ursprünglich für den nun verletzten Woods vorgesehen war: Kim deklassierte Europas Leaderfigur Sergio Garcia mit 5 und 4 (5 Löcher Vorsprung bei noch vier zu spielenden Löchern).

Den vorzeitigen Erfolg fixierte US-Routinier Jim Furyk im fünftletzten Match: Der US-Open-Champion von 2003 erhöhte das Konto Amerikas gegen Miguel Angel Jimenez auf die für den Sieg notwendige Marke von 14,5(:9,5)-Punkten. US-Captain Paul Azinger rang nach dem Sieg mit den Worten: "Sie haben großartig gespielt, die Fans waren unglaublich, ich könnte nicht glücklicher sein."

Auch das Publikum hatte seinen Anteil am unerwarteten Erfolg Amerikas: Bis zu 50.000 Zuseher pro Tag feuerten das noch junge Ryder-Cup-Team der USA im Valhalla Golfclub von Louisville/Kentucky an: "Es lief mir den ganze Sonntag kalt den Rücken hinunter. Ich liebte jede Minute davon und würde keine für 10 Millionen Dollar verkaufen", sagte ein sichtlich euphorisierte Kim.

Hunter Mahan ohne Niederlage

In der individuellen Bilanz der USA schnitten vor allem die Neulinge prächtig ab. Hunter Mahan bestritt alle Partien und blieb bei zwei Siegen und drei Remis ohne Niederlage. Der aus Kentucky stammende Boo Weekley zeichnete sich mit 2,5 Punkten aus drei Partien und somit höchster Effezienz aus. Kim und der draufgängerische Longhitter J.B. Holmes komplettierten die starken Leistungen der Youngsters.

Die Niederlage der Europäer trägt vier Namen: Sergio Garcia, Lee Westwood, Padraig Harrington und Nick Faldo. Die vermeintlichen Leaderfiguren Garcia, Westwood und Harrington hatten in ihrer langen Ryder-Cup-Erfahrung 38,5 Punkte angehäuft. Im Valhalla Golf Club brachten sie es gerade einmal auf kumulierte 2,5 Punkte.

Teamcaptain Faldo, mit elf Teilnahmen und 25 Punkten (von 1977 bis 1997) der erfolgreichste Europäer im Ryder Cup, zeigte selten Emotionen und begleitete seine Spieler oft nur aus Distanz. In der britischen Presse wird der 51-jährige Engländer mit viel Kritik eingedeckt. Als er nach der Niederlage von Reportern bedrängt wurde, stellten sich Westwood, Garcia, Ian Poulter und Justin Rose schützend dazwischen.

Bevor Faldo antworten konnte, sagte Garcia: "Dass wir verloren haben, hat nichts mit Nick zu tun. Wir Spieler hätten besser spielen müssen." Europa hat nun zwei Jahre Zeit, sich auf die mögliche Revanche vorzubereiten. Der 38. Ryder Cup geht 2010 in Wales über die Bühne.(APA)

 

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    US-Golfer und Fans haben sich lieb.

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