Ökonom Schulmeister: "Sind am Ende der Straße angelangt"

19. September 2008, 20:21
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Der Wifo-Forscher hält das geplante Rettungspaket der US-Regierung für richtig - "Übergangsphasen sind historisch Zeiten der großen Orientierungslosigkeit"

Wien - Wifo-Experte Stefan Schulmeister hält das geplante Rettungspaket der US-Regierung für richtig, weil den Finanzmärkten andernfalls eine existenzbedrohende Kettenreaktion gedroht hätte. Ein Crash hätte die Pensionssysteme stark in Mitleidenschaft gezogen und den Konsum drastisch eingeschränkt. "Das Eingreifen des Staats ist (also) richtig, aber es werden die Falschen belohnt", sagt Schulmeister in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten"/SN (Samstagausgabe).

Die Finanzierung ist für ihn "kein Problem, denn die US-Notenbank ist bereit, nach Belieben Geld zu produzieren. Das heißt, man könnte aus dem Nichts 1000 Billiarden Dollar schaffen, ohne dass die Steuerzahler dafür zahlen müssen." Die Erzeugung von Geld aus dem Nichts sei ein "Luftgeschäft", das wegen des schwachen Wachstum und sinkenden Rohstoffpreisen "nicht einmal zu einer deutlich höheren Inflation führen muss". Ein Negativum sieht Schulmeister u.a. in der Wettbewerbs-Benachteiligung für Nicht-US-Banken.

Für Schulmeister ist das Zeitalter des Finanzkapitals jetzt vorbei, "wir sind am Ende der Straße angelangt". Das "muss nicht heißen, dass es gleich besser wird. Denn historisch sind die Übergangsphasen Zeiten der großen Orientierungslosigkeit." (APA)

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