Menschenopfer in der Keltenstadt

19. September 2008, 18:53
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Archäologen präsentieren ihre Ausgrabungen

Hollabrunn - Während einstige römische Städte wie Carnuntum bestens bekannt und erforscht sind, hat sich außerhalb von Fachkreisen bisher kaum herumgesprochen, dass im westlichen Weinviertel eine bedeutende Stadt aus keltischer Zeit geortet worden ist.

Schon vor mehr als 100 Jahren wurden am "Sandberg" zwischen Roseldorf und Platt im niederösterreichischen Weinviertel viele Gold- und Silbermünzen gefunden. Ende der 90er-Jahre wurden deshalb auf dem weitläufigen Areal großflächige geomagnetische Prospektionen durchgeführt. Auf einer Fläche von 22 Hektar wurde vor den Augen der Archäologen ein "Stadtplan" einer großen keltischen Siedlung sichtbar.

Seit Jahren gräbt ein Archäologenteam, das von Veronika Holzer vom Naturhistorischen Museum Wien geleitet wird, jeden Sommer einen Abschnitt dieses Areals aus. Dabei wurden auch etliche menschliche Knochen gefunden. Da die knöchernen Überreste immer an einer bestimmten Stellen gebrochen sind, dürfte es sich nicht um Bestattungen, sondern eher um Menschenopfer handeln.

Am Samstag, dem Tag der offenen Tür, können Interessierte von 14 bis 18 Uhr (bei trockenem Wetter) die Grabung besichtigen.(Gerhard Hertenberger/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21. 9. 2008)

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