Mit Gottes Hilfe in den Nationalrat

19. September 2008, 18:44
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Die Christen: Eine Partei als "legitime Tochter" der Antiabtreibungsbewegung

Früher war Alfons Adam "begeisterter" ÖVP-Anhänger. Da für die Volkspartei christlich-sozial aber nur mehr ein Etikett sei, wie der 64-jährige Niederösterreicher konstatiert, hat er vor drei Jahren kurzerhand seine eigene Partei gegründet: die Christen. Laut Eigendefinition die Partei für die Familien, aber auch "legitime Tochter" der Antiabtreibungsbewegung "pro vita", an deren Gründung Adam beteiligt war. Der Anwalt aus Neulengbach hat selbst sieben Kinder, 21 Enkel und einen Urenkel.

Mehr als 80 Prozent aller Österreicher sind Christen. Mit so viel Unterstützung darf die gleichnamige Partei aber kaum rechnen, fährt sie doch ein extrem konservatives Programm: Homosexualität ist für die Christen eine Krankheit, Gender-Mainstreaming die neue, zu bekämpfende "Staatsreligion", Sexualunterricht in der Schule "völlig verfehlt". Kernanliegen der "Christen" ist aber der "Lebensschutz", langfristiges Ziel daher die Abschaffung der Fristenlösung.

Mit Gottes Hilfe wollen die Christen nun in den Nationalrat einziehen. Auf Unterstützung von Kirchenfürsten haben sie bisher aber vergeblich gewartet. Im Vorfeld der niederösterreichischen Landtagswahlen hat sich Maximilian Fürnsinn, Probst des Stiftes Herzogenburg, sogar gegen die Kleinpartei gestellt: Die Kirche werde "durch euch in eine Geiselhaft genommen", schrieb Fürnsinn an den niederösterreichischen Spitzenkandidaten. (Andrea Heigl/DER STANDARD Printausgabe, 20./21. September 2008)

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