Selbstzerstörung

19. September 2008, 18:12
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Der Einzug ins Parlament ist möglicherweise endgültig verbaut

Alexander Zach war unehrlich. Die Konkurrenz wird ihm politische Unredlichkeit vorwerfen. Der Bundessprecher des Liberalen Forums schickt dieses in der Schlussphase des Wahlkampfes in die Krise. Damit ist der Einzug ins Parlament möglicherweise endgültig verbaut.

Während die Liberalen nach außen hin gegen die Anschaffung der Eurofighter aufgetreten sind, hat Zach, immerhin ihr Chef, mit Tätigkeiten für den Herstellerkonzern EADS Geld verdient. Zach versucht es herunterzuspielen: Es habe sich um harmlose Tätigkeiten wie „Medienbeobachtung zum Thema Abfangjäger" gehandelt, und Auftraggeber sei nicht direkt EADS gewesen, sondern eine deutsche PR-Agentur. Das mag schon stimmen. Aber Zach hat in den vergangenen Tagen mit all seinen Statements den Eindruck zu erwecken versucht, er habe mit EADS niemals irgendetwas zu tun gehabt und sei nur Opfer einer politischen Intrige, die das Ziel habe, das LIF politisch zu zerstören.

Diese Tendenzen gibt es tatsächlich. Die Grünen haben allen Grund, das LIF bis aufs Messer zu bekämpfen, und das tun sie auch. Jedes Prozent für das LIF, auch wenn dieses den Einzug ins Parlament nicht schaffen sollte, tut den Grünen ungemein weh - und fehlt möglicherweise auf eine rot-grüne Mehrheit. Auch Hans-Peter Martin, EU-Abgeordneter und Krone-Kolumnist, hat mit den Liberalen noch eine Rechnung offen, die er jetzt zu begleichen versucht. Hand in Hand mit den Grünen übrigens.

Den Stoff für diese Intrige hat Zach allerdings selbst geliefert. Den Preis dafür zahlen Heide Schmidt und jene, die an ein liberales Projekt geglaubt haben. (Michael Völker/DER STANDARD Printausgabe, 20./21. September 2008)

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