Steirer-ÖVP denkt an Opposition

19. September 2008, 17:45
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Landesparteichef Schützenhofer überlegt Exit-Szenarien für die Zeit nach der Wahl

Graz - "Eine schwierige Frage, ich lasse alles offen" , sagt Hermann Schützenhöfer, ÖVP-Landeshauptmannvize und Parteichef der Steiermark. Es sei auch ein Gang in die Opposition möglich, sollte seine Partei bei den Nationalratswahlen am 28. September verlieren und Zweiter bleiben.

Die Stimmung in der ÖVP sei in dieser Frage zweigeteilt, bemerkte Schützenhöfer am Freitag im Gespräch mit dem Standard. Der ÖVP-Chef: "Die Sozialpartner sind eher für eine Regierungsbeteiligung, die jungen Funktionäre eher für die Opposition." Aber so weit werde es nicht kommen, das Blatt habe sich "für die ÖVP gewendet" .

Die Steiermark gilt neben Niederösterreich als zweites wichtiges Bundesland für die ÖVP. Will die Partei im Bund vorn sein, muss sie auch in der Steiermark punkten. Eine SPÖ-Umfrage sieht die ÖVP allerdings bereits mit 31 Prozent (SPÖ) zu 29 Prozent (ÖVP) als Verliererin.

Schützenhöfer ließ am Freitag , im Wissen dass es tatsächlich "Kopf an Kopf" steht, die Phalanx der steirischen ÖVP-Bundespolitiker - Minister Martin Bartenstein, Sozialsprecher Werner Amon, Bauernchef Fritz Grillitsch und Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka - "auftanzen" , um noch einmal Angriffe gegen "Pfuscher" SPÖ-Chef Werner Faymann zu starten. Die Parlamentssitzung am 24. September, wo Faymann sein Fünf-Punkte-Programm durchbringen will, werde dessen "Waterloo" werden, sagte Bartenstein. (Walter Müller/DER STANDARD Printausgabe, 20./21. September 2008)

 

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