NASA möchte Ankauf von Sojus-Kapseln erreichen

19. September 2008, 17:33
10 Postings

Michael Griffin will US-Kongress von der Notwendigkeit überzeugen - denn 2010 ist es mit den heimischen Space Shuttles vorbei

Washington - NASA-Chef Michael Griffin hat den US-Kongress aufgerufen, bis Ende Oktober den Kauf einer russischen Sojus-Raumkapsel zu billigen. Andernfalls werde 2011 kein amerikanischer Astronaut mehr an Bord der Internationalen Raumstation ISS leben, warnte Griffin in einem am Freitag veröffentlichten Interview der "USA Today". Griffin zufolge ist es völlig offen, ob der Kongress grünes Licht gibt, bevor er Ende nächsten Monats wegen der Wahlen am 4. November in eine Sitzungspause geht.

Die NASA will ihre veralteten Space Shuttles, mit denen sie Astronauten zur ISS bringt, im Jahr 2010 einmotten. Ein Nachfolge-Raumfahrzeug ist nach den bisherigen Planungen aber erst im Jahr 2016 einsatzbereit. Um für die Zwischenzeit ein Transportmittel zu haben, müsse der Bau einer Sojus-Kapsel rasch in Auftrag gegeben werden, sagte Griffin. Russland benötige für die Konstruktion drei Jahre.

Politische Faktoren

Nach US-Gesetzen dürfen US-Behörden nur Geschäfte mit Russland betreiben, wenn Moskau nachweist, dass es keine Waffen an den Iran liefert. Die NASA hat vom Kongress eine Ausnahme-Erlaubnis erhalten, die es ermöglicht, dass Astronauten an Bord einer Sojus-Kapsel zur ISS mitfliegen können. Diese Genehmigung läuft aber 2011 aus.

Russland, der ISS-Hauptpartner der USA, sei zwar in der Lage, die Station allein zu betreiben, sagte Griffin. "Aber das ist nicht der Punkt. Es ist ein internationales Projekt, das aufgrund der amerikanischen Führungskraft zustande gekommen ist. Wenn wir nicht präsent sind, dann ist das für mich ein Versagen bei der Führung." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Made in Russia" statt "Made in America": Zumindest in der bemannten Raumfahrt hat Russland bald wieder die Nase vorn.

Share if you care.