der schönste Tag der Woche: Über Wachteleier ...

19. September 2008, 16:05
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Im Zuge der weltbewegenden Debatte um die Besteuerung von Wachteleiern machte Josef Cap den Abgeordneten der ÖVP einen Vorwurf:

Sie würden nie einkaufen gehen, weil sie sonst wüssten, wie viel sich "die einfachen Menschen da draußen" durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel ersparen würden.

Was will uns Cap damit sagen? Dass er schon einmal einen Supermarkt von innen gesehen hat? Da habe ich schon bessere Schmähs gehört. Dass Cap den Preis einer Flasche Châteauneuf du Pape Père Anselme 1966 kennt, glaube ich ihm sofort, dass er aber weiß, wie viel eine Sommerbutter oder zehn Deka Pikante kosten, wage ich zu bezweifeln.

Natürlich kann es im Zuge eines Wahlkampfes einmal vorkommen, dass sich ein Abgeordneter auf einen Wochenmarkt oder in eine neu eingeweihte Straßenbahngarnitur verirrt. Aber üblicherweise fahren Politiker weder mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch gehen sie Lebensmittel einkaufen. Auch das Kino meiden sie. Nein, das stimmt nicht ganz.

Da fällt mir ein, dass ich Bundespräsident Heinz Fischer sehr wohl einmal im Kino gesehen habe, und zwar anlässlich der Eröffnung der Diagonale in Graz. Das ist aber schon lange her, weil damals noch Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic (ich finde, bei Klasnic darf man "Landeshauptmann" sagen) in Amt und Würden war. Den Eröffnungsfilm haben aber weder Fischer noch Klasnic gesehen, weil sie bereits während der Rede von Marlene Streeruwitz eingeschlafen sind. Was aber nicht an der Rede von Frau Streeruwitz lag, sondern an der schlechten Luft im Saal.

Nicht schlechte, sondern dicke Luft herrscht zurzeit wieder einmal im österreichischen Fußballteam. Wobei es für die 0:2-Niederlage gegen Litauen zwei einfache Erklärungen gibt. Erstens wussten unsere Kicker nicht, gegen wen sie spielten - Emanuel Pogatetz sprach nach dem Match dreimal von "denen Letten" als Gegner - und zweitens war Trainer Karel Brückner der irrigen Ansicht, es wären zwei Bälle im Spiel gewesen. Im ORF-Analyse-Interview sagte er nämlich, dass seine Schützlinge nicht schnell genug "auf den zweiten Ball" gegangen wären. Nur zur Sicherheit: Unser nächster Gegner heißt Serbien, und es wird nur mit einem Ball gespielt! Als alter Internationalist darf ich an dieser Stelle aber trotzdem dem schwedischen Fußballer Henrik Larsson zu seinem 37. Geburtstag am 20. September gratulieren. Skol! (Kurt Palm, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 20./21.09.2008)

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