Swaziland: Parlamentswahl ohne Parteien

20. September 2008, 21:00
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Parteien sind in Afrikas letzter absoluter Monarchie verboten - Mehr als 350.000 der 400.000 Wahlberechtigten ließen sich für die Wahl registrieren

Mbabane - Im südafrikanischen Königreich Swaziland ist am Freitag ein neues Parlament gewählt worden. Zehntausende Einwohner waren aufgerufen, die 55 Mitglieder der neuen Nationalversammlung zu bestimmen. Weitere zehn Abgeordnete werden von König Mswati III. ernannt.

Da Parteien in Afrikas letzter absoluter Monarchie verboten sind, sprachen ausländische Beobachter von einer "außergewöhnlichen" Wahl. Der stellvertretende Vorsitzende der Wahlkommission, Mzwandile Fakudze, versprach eine freie und faire Abstimmung. Seinen Angaben zufolge ließen sich mehr als 350.000 der 400.000 Wahlberechtigten für den Urnengang registrieren.

Warteschlangen vor den Wahllokalen

Schon vor der Öffnung der Wahllokale bildeten sich in den frühen Morgenstunden lange Schlangen vor Schulen und weiteren öffentlichen Gebäuden, die von bewaffneten Polizisten bewacht wurden. Im Vorfeld des Urnengangs hatte es in Swasiland breite Proteste für die Zulassung von Parteien gegeben.

König Mswati III. wird oft für seinen verschwenderischen Lebensstil kritisiert, während große Teile der Bevölkerung in Armut leben. Das zwischen Südafrika und Mosambik gelegene Königreich hat außerdem die höchste Aids-Rate der Welt, 40 Prozent der Bevölkerung sind vom HI-Virus betroffen. (APA)

 

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    Der mit 13 Ehefrauen verheiratete Monarch ist mit seiner Vorliebe für ausschweifenden Lebensstil und höfischen Glanz international häufig in die Schlagzeilen geraten.

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