Immoeast legt Milliardenprojekt auf Eis

19. September 2008, 13:43
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Konsequenz nach dem Kursrutsch der letzten Tage

Wien - Die börsenotierte Immofinanz-Gruppe hat am Freitag Konsequenzen aus dem Kursmassaker der letzten Tage gezogen und in Entwicklung befindliche Liegenschaftsprojekte in Milliardenhöhe auf Eis gelegt. "Von den bisher 4,4 Milliarden Euro in Bau oder in Entwicklung befindlichen Projekten werden wir zwei bis 2,5 Milliarden Euro weiterbauen und den Rest vorläufig stoppen", sagte ein Sprecher der Gruppe am Freitag. Er bestätigte damit einen Vorausbericht der Tageszeitung "WirtschaftsBlatt" (Samstag-Ausgabe).

Jene Projekte, die sich im Bau befinden, sollen planmäßig fertiggestellt werden. Andere, die noch in der Entwicklung sind bzw. bei denen mit dem Bau noch nicht begonnen wurde, sollen bis zum Ende der Kreditkrise auf Eis gelegt werden. Der Löwenanteil der Entwicklungen der Gruppe findet in der Osttochter Immoeast statt. Weitere Informationen werden im Lauf der nächsten Stunden erwartet.

Neben der Halbierung der Entwicklungsprojekte will die Immofinanz-Gruppe ihre Immobilienverkäufe fortsetzen und in Ost- und Westeuropa rund 800 Mio. Euro an Immobilien veräußern, teilte der Konzern am Freitag ferner mit. Konkret liefen bei der Immoeast Verhandlungen über den Verkauf von Immobilien im Wert von 400 Mio. Euro, auch bei Immoaustria und Immowest würden Verkaufsverhandlungen über das gleiche Volumen geführt.

"Die Vorstände beider Gesellschaften haben auf die bereits seit längerem bestehenden und nun deutlich verschärften globalen Turbulenzen auf den Finanz- und Kapitalmärkten reagiert und bereits vor einiger Zeit Maßnahmen eingeleitet bzw. teilweise bereits abgeschlossen, um die Liquidität der Gesellschaften dauerhaft zu sichern", heißt es in der Erklärung.

Die Einschränkung der Entwicklungstätigkeit bei der Immoeast soll dadurch erfolgen, "dass weitere Bauphasen bei Entwicklungsprojekten auf absehbare Zeit nicht in Angriff genommen werden, Projekte im Planungsstadium nur bis zum Stadium der Baureifmachung fortgeführt werden und in Einzelfällen auch Developments eingestellt werden."

Kredit-Rückzahlung

Der 1,8 Mrd. Euro-Kredit, den die Ost-Tochter Immoeast an ihre Mutter gegeben hat, könne plangemäß zurückgezahlt werden, wenn die zuvor skizzierten Maßnahmen umgesetzt würden. Die Immofinanz will in den nächsten 12 Monaten 400 Mio. Euro aus diesem Kredit zurückzahlen. Laut "Österreich" soll der Rest in den folgenden 24 bis 36 Monaten beglichen werden.

Der Großteil des Quartalsverlusts der Immoeast sei auf Währungseffekte wegen der Aufwertung der meisten osteuropäischen Währungen gegenüber dem Euro zurückzuführen, sagt die Immofinanz. Der Währungseffekt sei "rein bilanztechnischer Natur". Es handle sich dabei um "keine reale Wertminderung". Eine Veranlagung bei der unter Insolvenzschutz gestellten Investmentbank Lehman Brothers dementiert die Immofinanz erneut. Die einzigen Geschäftsverbindungen sei ein Kredit der Immofinanz Höhe von 54 Mio. Euro bei Lehman und die Wohnbaugesellschaft Adama, an der die Immofinanz rund 32 Prozent und ein Lehman-Fonds rund sechs Prozent halten. (APA)

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