Österreich-Retter mit düsteren Visionen

19. September 2008, 17:55
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Wahlkampf gegen Gentechnik, Nato und den EU-Vertrag

Wilfried Auerbach war noch Spitzensportler, als er eines Tages Blut pinkelte. Beim Rudertraining in der Linzer Industriezone sei er "chemisiert" worden, erzählt er. Eine Vergiftung als Schlüsselerlebnis, das sein Leben umkrempelte.

"Wir müssen das selbst machen, sonst sind unsere Kinder dran", sagt Auerbach heute. Bei der Wahl führt der 48-jährige Oberösterreicher eine Bürgerliste an, die nichts Geringeres proklamiert als: "Rettet Österreich". Denn an Bedrohungen mangelt es nicht in Auerbachs düsterer Welt. Da ist etwa die Gentechnik, die "Horrorgewächse aus Pflanzen, Tier und Mensch" produzieren könne. Die Nato, die neutrale Staaten in ihre Kriege hineinziehen wolle. Und natürlich der EU-Reformvertrag, der Österreich auflöse "wie ein Stück Zucker im Kaffee".

Viel gewollt hat Auerbach, ein Baum von einem Mann, schon immer, mitunter auch zu viel. Bei den Olympischen Spielen, bei denen er zweimal antrat, verpasste er 1984 im Doppelsitzer als Siebenter die Medaillen, "weil die Nerven versagten". Danach arbeitete Auerbach als Marketingmanager in Firmen wie Philip Morris, Hipp und Berglandmilch, zuletzt als selbstständiger Unternehmensberater.
"Bodenlos niederkrachen" werde das Land, wenn die unfähigen Politiker blieben, prophezeit er. Mit der Prosperität käme eben auch die Dekadenz, "wie im alten Rom". Auerbach: "Mein Eltern kommen aus dem Krieg, für die hatte Ehrlichkeit noch einen anderen Wert." (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 20./21.9.2008)

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