"Salzburg, die Unschuld vor dem Tor"

19. September 2008, 11:49
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Im Gegensatz zu Sevilla-Trainer Jimenez zeigte sich Spaniens Presse wenig beeindruckt vom Spiel der Salzburger, deren Interesse gilt eher dem Derby gegen Betis

Sevilla - Der Auftakt zum Fußball-UEFA-Cup war für den FC Sevilla ein hartes Stück Arbeit. Das 2:0 im Erstrunden-Hinspiel gegen Red Bull Salzburg geriet jedoch schnell zur Randnotiz, denn am Wochenende ist in der andalusischen Hauptstadt Derby-Time. Der Salzburger Europacup-Gegner tritt am Sonntag um 17.00 Uhr in der 3. Runde der Primera Divison im Estadio-Manuel-Ruiz-de-Lopera vom Erzrivalen Betis an.

"Leicht war es nicht"

"Leicht war es nicht, aber davon sind wir auch nicht ausgegangen. Salzburg hatte viel Ballbesitz und hat uns leiden lassen", meinte Sevilla-Trainer Manolo Jimenez, dem mit dem erlösenden zweiten Treffer durch Adriano in der Nachspielzeit ein großer Stein vom Herzen gefallen ist. Zudem war für Jimenez entscheidend, wie angestrebt einen Gegentreffer im heimischen Stadion vermieden zu haben.

"Das war keine überzeugenden Leistung und das lag vor allem an unserem Gegner. Aber im Endeffekt zählt das Ergebnis, ich bin mit dem 2:0 sehr zufrieden", so Jimenez, der als 44-Jähriger noch zu den Jungspunden im Trainer-Geschäft zählt. Die Sevilla-Fans hatten ihre hochgesteckten Erwartungen in den Bewerb, den ihr Club 2006 und 2007 gewonnen hat, auf jeden Fall bereits vor Anpfiff in Form eines Plakates zum Ausdruck gebracht: "Welcome to Sevilla FC Cup 2008/09", war darauf zu lesen gewesen.

"Wir werden sehr viel laufen müssen"

Den Salzburgern sprach Jimenez jede Menge Komplimente aus, gleichzeitig erwartet er am 2. Oktober im Rückspiel in Österreich eine harte Prüfung. "Uns erwartet in Salzburg eine schwierige Aufgabe. Salzburg ist eine technisch gute Mannschaft, die uns übers Feld jagen wird. Wir werden auch in Salzburg sehr viel laufen müssen."

Doch die Fragen der Journalisten aus Sevilla drehten sich nach dem Salzburg-Match beinahe ausschließlich um den vor der Tür stehenden Lokalschlager gegen Betis. Das war auch bereits in den Tagen vor der UEFA-Cup-Partie deutlich zu spüren gewesen, denn während der Betis-Partie in den zahlreichen Sport-Tageszeitungen teilweise bis zu sieben Seiten gewidmet wurden, war die Berichterstattung zum Salzburg-Match vergleichsweise gering ausgefallen.

Ersatzgoalie Bodnar

Zudem wurde u.a. in einem Blatt Salzburgs ungarischer Verteidiger Laszlo Bodnar als Ersatzgoalie geführt und ein Mannschaftsbild abgebildet, auf dem noch Ex-Trainer Giovanni Trapattoni zu sehen ist. Generell zeigten sich Spaniens Medien vom Spiel der Bullen wenig beeindruckt, die Andalusier hätten den Sieg eingefahren, ohne voll aus sich herauszugehen, lautete der Tenor. (APA/red))

Auszüge aus der Spanischen (Sport)presse:

"Marca": "Sevilla gewann mit angezogener Bremse. Die Andalusier spielten die ganze Zeit mit halber Kraft, nicht Vollgas, vielleicht weil sie schon an das Derby am Sonntag gegen Betis dachten. Sevilla profitierte vom Ausfall Jankos, dem Goleador der Österreicher. Die Salzburger hatten viel Ballbesitz, waren oft feldüberlegen, doch war ihr Spiel ineffizient. Dabei hätte sich für die Österreicher das "Wunder" fast noch ereignet, als im Finish Nelisse allein vor Keeper Palop auftauchte. Er vergab aber, als alle schon mit dem 1:1 rechneten. Die Folge war das 2:0, das keiner mehr erwartet hatte."

"As": "Sevilla kam nur durch ein Wunder ungeschoren davon. Vor allem wegen der Leere, die sich im Salzburger Angriffsspiel breitmachte und einem Anfängerfehler, der es Adriano ermöglichte, die Österreicher in der Nachspielzeit zu überraschen. Sevilla war aber knapp daran, sich auf ein dramatisches Rückspiel einstellen zu müssen. Die Mannschaft muss aber wohl prinzipiell einige Konzepte ändern, weil es nicht immer passieren wird, dass die Gegner (wie Sporting Gijon beim 4:3-Sieg in der Liga und eben Salzburg) mithelfen, einem Desaster zu entkommen."

"El Pais": "Die Rückkehr von Sevilla in den UEFA-Cup war voll Licht und Schatten. Wenn Sevilla aber im Rückspiel dasselbe Bild abgibt wie in der zweiten Hälfte, sind zwei Tore kein bequemer Polster um nach Österreich zu reisen, vor allem weil Salzburg sein Stadion in der Liga zu einer uneinnehmbaren Festung gemacht hat."

Nachrichtenagentur EFE: "Sevilla stellte die Weichen für das Weiterkommen. Gegen einen Gegner, der durchaus davon träumen konnte, ein Unentschieden aus dem Stadion Sanchez Pizjuan mitzunehmen. Allerdings präsentierte sich die Elf aus Salzburg als die reine Unschuld, sobald sie in die Nähe des Tores von Palop kam."

 

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    Goalie und "Ersatzgoalie".

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