Wissen: Gibt es gesundes Studentenfutter?

19. September 2008, 10:41
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derStandard.at fragte bei zwei Experten nach, wie gesunde Ernährung (nicht nur) für Studierende aussehen kann

Typgerechte Ernährung nach TCM

Nach der Taditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind keine Pauschaltipps für eine optimale Ernährung abzugeben. Ernährungsberaterin Bettina Rohrauer erklärt, warum Mahlzeiten typgerecht ausgewählt werden sollten: „Manche vertragen keine Nüsse oder Trockenzwetschgen, für manche sind ständige Zwischenmahlzeiten gar nicht gut. Aus diesem Grund kann ich nicht pauschal sagen, was "gutes Studentenfutter" ist.

Es kommt immer darauf an, was die Person sonst isst, was sie trinkt, ob sie sich viel bewegt, ob sie eher ruhig oder sehr dynamisch ist - das Gesamtpaket ist wichtig. Deswegen muss man ganz genau hinsehen, eine Erstdiagnostik dauert bei uns an die zwei Stunden, erst dann können wir Empfehlungen abgeben, was die Ernährung betrifft. Wichtig ist auch, was der Studierende überhaupt möchte, womit er oder sie unzufrieden ist. Also: das Anliegen und die Eigenart der Person zählen."

Empfehlungen aus der Ernährungswissenschaft:

Ibrahim Elmadfa, Professor am Institut für Ernährungswissenschaften der Uni Wien, erklärt die ernährungswissenschaftliche Perspektive von gesunder Studentenernährung: „Studentenfutter ist als Begriff ja besetzt mit dem Produkt, das im Supermarkt zu Kaufen ist. Zur Studentenernährungsweise gibt es Empfehlungen. Studenten fallen in die Gruppe der jungen Erwachsenen, denen eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen empfohlen wird. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Ernährung so vielseitig wie möglich sein sollte. Alle Hauptlebensmittelgruppen sollen - in den jeweils empfohlenen Häufigkeiten - konsumiert werden.

Bis zu 50 Prozent der Energiezufuhr beispielsweise sollte aus der Gruppe der Getreidesorten und Kartoffeln bezogen werden. Das ist die bestverfügbare umsetzbare Energie. Eine andere Gruppe, die sehr wichtig ist, ist die der Obst- und Gemüsesorten. Von dieser Gruppe empfehlen wir rund fünf Portionen täglich. Diese Lebensmittel bieten Nährstoffe, Vitamine und Schutz vor Krankheiten. Süßes soll nur sehr sparsam konsumiert werden, man soll nichts verbieten, aber das soll so gering wie möglich gehalten werden. Außerdem ist es wichtig, genug Flüssigkeit aufzunehmen und zwar im Idealfall energielose Flüssigkeit, wie Leitungswasser. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung beinhaltet alle Nährstoffe, die das Nervensystem und das Gehirn brauchen - da sind dann Nahrungsergänzungsmittel oder spezielle Lebensmittel nicht mehr nötig." (Sophie Preisch, derStandard.at, 19.9.2008)

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