Lauschangriff-Affäre weitet sich aus

19. September 2008, 10:09
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Laut Zeitungsbericht soll auch Wirtschaftsminister Bajnai "Zielperson" der Firma für Vermögensschutz gewesen sein

Budapest - Mehrere hochrangige ungarische Politiker sollen durch eine Firma für Vermögensschutz namens UD bespitzelt worden sein, schreibt die ungarische Tageszeitung "Nepszabadsag" unter den Opfern sei der Minister für Wirtschaft und Nationale Entwicklung, Gordon Bajnai, der als einer der möglichen Nachfolger für Premier Ferenc Gyurcsany gehandelt wird. Laut dem Blatt sind auch Laszlo Keller, Staatssekretär im Finanzministerium, und der Generaldirektor des Amtes für Nationale Sicherheit (NBH), Sandor Laborc, betroffen.

Anonym zugespielte CD

Die Chefin des oppositionellen konservativen Demokratenforums (MDF), Ibolya David, hatte bereits vergangene Woche die Staatsanwaltschaft um eine Untersuchung gebeten, da sie durch eine ihr anonym zugespielte CD von einem geplanten Lauschangriff gegen ihre Person seitens der Firma UD erfahren habe. Laut "Nepszabadsag" soll das Unternehmen für Vermögensschutz Umweltstudien über die "Zielpersonen" angefertigt haben, die sich auf Lebensstil, Wirtschaftskontakte, Bankkonten und Anruflisten, aber auch auf sexuelle Sitten und selbst das Durchforschen des Haushaltsmülls der betroffenen Personen bezogen hätten.

Hackerangriff

Das Unternehmen für Vermögensschutz wird außerdem beschuldigt, einen Hackerangriff auf das ungarische Amt für Nationale Sicherheit (NBH) durchgeführt zu haben. Vor acht Monaten entdeckte das NBH, dass Unbekannte ein Spionageprogramm auf mindestens einem der Computer des Amtes installiert hatten. Die eingeleitete Fahndung führte zu dem Budapester Unternehmen UD. Von der Firma hätte sich schnell herausgestellt, dass sie gewissermaßen als "privater Geheimdienst" arbeite und "Studien" über verschiedene Personen und Unternehmen anfertige. (APA)

 

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