Kochen ohne Mutti und ohne Geld

19. September 2008, 10:51
70 Postings

Claudia Otto, Betreiberin einer Studenten-Kochseite, sprach mit derStandard.at über erprobte Partyrezepte, wichtige Not-Vorräte und Dosen-Thunfisch mit Erdnüssen

Sie wollen etwas übers Blanchieren, Tranchieren und Reduzieren lernen? Dann sind sie bei Claudia Otto komplett falsch. Hier wird Zwiebel gehackt, Fleisch angebraten, Wasser gekocht. Otto betreibt die Studenten-Koch-Seite www.studentenkochbuch.net, und ihr Motto lautet: "Keiner soll sagen können, Kochen ist ihm zu kompliziert". Jeder soll auf der Seite Rezepte finden, die leicht und schnell zu machen sind. "Auch der Student, der das erste Mal von Mutti weg ist".

Günstig uns flott

Was muss ein Studentenrezept sonst noch können? Es muss günstig sein, "der Studentengeldbörse angemessen", meint Otto. Nicht nur deshalb sind Nudeln immer noch der große Renner. Nudelsalat, Nudelauflauf, Nudeln mit Tomatensauce, Nudeln mit Käse -"das kommt immer gut an, auch bei Feten".

Etwa 470 Rezepte hat Otto auf ihrer Plattform gesammelt, vom schnellen Single-Futter bis hin zum Partytopf für die Wohngemeinschaft. Rund hundert Besucher sind bei ihr jeden Tag online, laufend bekommt sie neue Rezepte zugeschickt.

Küchenbasics

Claudia Ottos erste Kocherlebnisse waren sozusagen von studentischen Entbehrungen geprägt. Eine WG für acht Personen, eine Mini-Küche, wenig Geld,viel Hunger. Eines der ersten selbst gekochten Rezepte, an das sie sich erinnert: Gebackene Apfelspalten mit Zimt und Zucker. "Man kann auch mit wenig Zutaten und Mitteln viel kochen", meint sie heute. Dementsprechend grundlegend auch die Ausstattung, die man ihrer Meinung nach unbedingt in der Küche braucht: "Eine kleine und eine große Pfanne, Holzlöffel, kleines und großes Messer, Schneidbrett, Salatschüssel. Und den Korkenzieher nicht vergessen!"

Notvorräte

Und welche Basics muss man unbedingt als absoluten Notvorrat zu Hause haben? "Zwiebel, Tomatenmark, Nudeln". Damit ist man für nächtliche Hungerattacken bestens gewappnet. Wenn Otto etwas gelernt hat, dann das: Nur keine Vorurteile gegen unkonventionelle Rezepte. "Ich habe da zum Beispiel einmal ein Rezept für einen 30-Stunden-Salat bekommen. Der besteht aus Mais, Erdnüssen und Dosen-Thunfisch. Da dachte ich mir: Die Kombi geht gar nicht." Und wurde dann, beim Nachkochen, eines Besseren belehrt: "Das ist richtig gut!". (az, derStandard.at, 19.9.2008)

  • Der Nudelsalat - DAS Partygericht für Studenten-WGs.
    screenshot

    Der Nudelsalat - DAS Partygericht für Studenten-WGs.

Share if you care.