Der Polizeigeneral und ein "Problem" im Kasino

18. September 2008, 22:21
  • Artikelbild: Bekannte vom "Verein der Freunde der Wiener Polizei": Horngacher (li.) und der Kasinochef - Foto: APA/Hochmuth

    Bekannte vom "Verein der Freunde der Wiener Polizei": Horngacher (li.) und der Kasinochef

Ein Wiener Kasinobetreiber hatte ein "Problem" - er hatte Schwarzafrikaner im Lokal. Also rief er - laut seiner Aussage - einen befreundeten pensionierten Kriminalbeamten an ...

Nach der Verurteilung des Wiener Ex-Polizeikommandanten Roland Horngacher stand am Donnerstag ein Kasinochef vor Gericht. Er wurde vom Vorwurf, einen Amtsmissbrauch angestiftet zu haben, freigesprochen - Von Roman David-Freihsl

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Wien - Ein Wiener Kasinobetreiber hatte im Jahr 2005 ein "Problem" - er hatte Schwarzafrikaner im Lokal. Also rief er - laut seiner Aussage - einen befreundeten pensionierten Kriminalbeamten an, dass es bei ihm Tumulte gebe. Und der Pensionist rief wiederum den damaligen Wiener Polizeigeneral Roland Horngacher an. Dass ausgerechnet Horngacher informiert wurde, dem der Kasinochef zuvor mehrmals Pkws aus seinem Fuhrpark geborgt hatte - ein "Zufall".

Der Polizeigeneral kam und ließ die Afrikaner perlustrieren: Unter anderem dafür ist Horngacher im Herbst 2007 rechtskräftig verurteilt worden. Diesen Donnerstag musste im Wiener Landesgericht nun geklärt werden, ob der Kasinobetreiber den Polizeigeneral zum Amtsmissbrauch veranlasst hatte.

Horngacher, der Kasinochef und der pensionierte Kriminalbeamte kannten einander gut - laut eigenen Angaben vom "Verein der Freunde der Wiener Polizei". Trotzdem erklärte der Kasinobetreiber am Donnerstag: Als er wegen seines "Problems" den Pensionisten anrief, habe er "überhaupt nicht damit gerechnet", dass Horngacher informiert werde.

Der inzwischen längst suspendierte Wiener Polizeikommandant wiederum wollte erst die Aussage verweigern - da er rechtskräftig verurteilt sei, könne er das, um nicht in den Verdacht einer falschen Zeugenaussage zu geraten. Doch Richter Roland Weber klärte ihn darüber auf, dass dieser Passus bei der jüngsten Reform der Strafprozessordnung gestrichen worden ist.

"Randale" über zwei Ecken


Also berichtete Horngacher, dass er um einen Polizeieinsatz gebeten worden sei, weil es "Randale von 50 Leuten schwarzafrikanischer Herkunft" gegeben habe. Der Sachverhalt sei über zwei Ecken sehr übertrieben berichtet worden.

Dass der Einsatzwunsch über zwei "Polizeifreunde" zu ihm gelangte, sei ein "ganz normaler Vorgang, sich an die Polizei zu wenden. Wenn er den Polizeiruf 133 gewählt hätte, wäre dasselbe passiert". Und auf die Frage Webers, wie er gehandelt hätte, wenn es sich nicht um seinen Bekannten gehandelt hätte? "Ident. Wie bei jedem anderen Staatsbürger auch."

"Wie's halt so üblich ist"


Belastet wurde der Kasinochef hingegen von Herrn K., einem früheren Freund, der seinen Beruf als "Kellner" angab. Man könnte K.s Tätigkeit allerdings auch als "Abservierer" bezeichnen. Denn er sei "im Rotlichtmilieu tätig", und der Kasinochef habe ihm erzählt, dass er "ein schwarzes Problem" und gefragt habe, ob er nicht "aufräumen" könne. Auf die Frage der Beisitzerin, was mit "aufräumen" gemeint sei, erklärte K.: "Diese Leute außeprügeln. Wie's halt so üblich is'." Später habe ihm aber der Kasinochef gesagt, er habe jetzt "etwas viel Besseres".

Der Angeklagte wurde vom Vorwurf, einen Amtsmissbrauch veranlasst zu haben, freigesprochen. Man könne nicht zweifelsfrei feststellen, ob der Kasinochef bei den Telefonaten und Gesprächen wusste, dass Horngacher beim Einsatz seine Befugnisse überschreiten werde, erläuterte Richter Weber. "Aber nur deshalb. Dass das alles eine äußerst schiefe Optik darstellt, ist eine andere Sache."

Mehrfache Falschaussage

Gleichzeitig wurde der Kasinobetreiber aber wegen mehrfacher Falschaussage vor Gericht verurteilt: Er hatte in der Hauptverhandlung gegen Horngacher unter anderem verschwiegen, dass er ihm Autos geborgt hatte. Auch hatte er angegeben, er wisse nicht, wie der Polizeigeneral informiert worden sei.

Verteidiger Herbert Eichenseder erklärte dazu: Angesichts der "medialen Aufbereitung" der Horngacher-Causa hätten "alle die Hosen voll gehabt". Das Urteil - vier Monate bedingt - ist nicht rechtskräftig, Staatsanwältin Ursula Kropiunik erbat Bedenkzeit.(Roman David-Freihsl/DER STANDARD Printausgabe 19.9.2008)

 

 

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Ignaz gartengschirrl
19.09.2008 19:25
tolle vorgehensweise!!

da kann einem direkt schlecht werden!!

Ochs auf Lerchenau
19.09.2008 11:19
Hier sich über Horngachers Methoden beschweren...

... und im nächsten Forum schimpfen, wenn sein ehem. Handlanger Frühwirth suspendiert wird.

Schon komisch, diese Standard-Poster!

Brel
19.09.2008 15:58

Klären Sie uns doch auf, warum war Frühwirth ein Handlanger Horngachers. Sie posten das jetzt schon so oft, da möchte ich es wissen. Horngacher war einer seiner Chefs, aber bitte mehr Info.
Wenn nicht, dann war's wohl wieder nur eine Vernaderung.

Jakob der Schwitzer  
06.10.2008 14:45
Geiger affäre

zum selber nachlesen...

Eine Kreatur
19.09.2008 10:48
und das der vorfall ein unglaubliches beispiel

für den in österreich latent chronischen rassismus ist, wird nicht einmal mehr erwähnt ..

ich bin's
19.09.2008 08:02
die rote wiener polizei-mafia... unglaublich skandalös!

suboptimal 
19.09.2008 10:14
ja, STRASSER hat sich sogar geschmückt mit Horngacher :-)

Dr. Ernst STRASSER: Horngacher ist durch MICH auf diesen Posten gekommen und nicht durch irgendwelche andere Umstände. Er ist kein Mitglied der Volkspartei, er leistet hervorragende Arbeit, und ich muss Direktor Horngacher vor der SPÖ in Schutz nehmen, damit er seine Arbeit tun kann. Das geht ein wenig zu weit! (BEIFALL bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Quelle: Nationalrat, 37. Sitzung / parlinkom.gv.at / Seite 129 http://www.parlinkom.gv.at/pls/porta... 12879.html

Danke, Ernst .... :-)

suboptimal 
19.09.2008 10:35
und im Jahr darauf (2004)

hat er die Wiener Kriminalitätsstatistik türken lassen, damit die "hervorragende Arbeit" von seinem Liebkind nicht so sichtbar abstinkt :-)

derpapst
19.09.2008 07:50
so ein general hats aber arg

wenn er jedesmal ausrücken muss wenn einer 133 wählt.
tut mir leid der kerl

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