Porno verändert Schönheitsideal der Genitalien

19. September 2008, 20:06
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Online-Umfrage in Deutschland: Ein Drittel aller Männer schaut täglich Pornos - Bei den Frauen sind es angeblich acht Prozent

Berlin - Das häufige Anschauen von Pornofilmen verändert einer Internet-Umfrage zufolge das Sexualleben der Deutschen. Mit steigendem Pornokonsum habe sich zum Beispiel die Vorstellung von Genitalien verändert, so der Sexualwissenschafter Jakob Pastötter am Mittwochabend bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin.

Pornografie stärke den Wunsch nach einem perfekten Körper und führe zu mehr Schönheits-Operationen im Genitalbereich, ergänzte er. Zu den Folgen gehöre auch, dass sich mehr Menschen als früher im Bett unter Druck gesetzt fühlten. Für die Studie im Auftrag des Senders ProSieben wurden fast 56.000 Internet-Fragebögen ausgewertet.

Täglich Pornos

Überrascht hat den Forscher, der als Präsident der deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung die Umfrage mit betreut hat, dass sich nach der Umfrage ein Drittel der befragten Männer täglich Pornos ansieht, besonders häufig im Internet. Bei den Frauen sind es rund acht Prozent. Von den befragten Jugendlichen hat im Alter von 14 Jahren bereits die Hälfte einen Porno gesehen. "Pornografie hat damit aufgehört, ein Randphänomen zu sein", sagte Pastötter. "Wir sind ein Volk von Pornophilen."

Unechte Vorstellung von Sexualität

Viele junge Mädchen glaubten heute, dass sich ihr Freund eine Art Porno-Star im Bett wünsche. Medien vermittelten oft eine Vorstellung von Sexualität, die mit der Realität wenig zu tun habe, ergänzte der Sexualwissenschafter. "Meist geht es um Menschen, die zum Beispiel in Swinger Clubs gehen", sagte Pastötter. Die Umfrage habe jedoch ergeben, dass höchstens fünf Prozent der Befragten Erfahrungen mit PartnerInnentausch hatten.

Repräsentativ ist die Studie dennoch nicht. Denn antworten konnten alle Interessierten, die den Fragebogen per Zufall auf den Internetseiten von Privatsendern entdeckten. Das Alter der Interviewten, die rund 200 Fragen zu ihrem Sexualleben beantworteten, schwankt zwischen 14 und 80 Jahren. (APA/dpa)

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