NATO-Soldaten sollen Bezirksgouverneur erschossen haben

18. September 2008, 16:27
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Afghanische Polizei: Gulab Khan mit Taliban-Kämpfer verwechselt

Kandahar - Den internationalen Truppen in Afghanistan ist offenbar erneut ein tödlicher Irrtum unterlaufen. Der Bezirksgouverneur von Shora in der südlichen Provinz Orusgan sei von NATO-Soldaten erschossen worden, sagte der Polizeichef der Provinz, Gulab Khan, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Den Angaben zufolge kam es bei einem Scharmützel zu einer Verwechslung, in deren Folge Rosi Khan von den ISAF-Soldaten für einen Taliban gehalten und erschossen wurde. Ein ISAF-Sprecher in Kabul teilte mit, es werde ermittelt.

In den vergangenen Wochen hatte der Tod von Unbeteiligten und Zivilisten bei ISAF-Einsätzen für erhebliche Verstimmung zwischen der internationalen Koalition und der afghanischen Regierung geführt. Besonders ein US-geführter Luftangriff auf ein Dorf im Westen des Landes, bei dem nach Angaben der Regierung und der UNO 90 Zivilisten getötet wurden, sorgte für einen Aufschrei der Empörung. Der Vorfall in der Provinz Herat wird untersucht, die USA sprechen derzeit von "fünf bis sieben" getöteten Zivilisten. US-Verteidigungsminister Robert Gates war angesichts der wachsenden Spannungen überraschend nach Kabul gereist und hatte am Mittwoch besseren Schutz der Zivilbevölkerung sowie Entschädigung für die Opfer versprochen.

Präsident Hamid Karzai nannte den Tod von Gouverneur Khan einen "großen Verlust". Heftiger Kritik enthielt sich der Staatschef jedoch. Er sprach von einem "Missverständnis zwischen den internationalen Truppen und den afghanischen Soldaten". Khan sei ein enger Mitarbeiter von Karzai gewesen, als dieser gegen das Taliban-Regime kämpfte, hieß es in der Erklärung. r(APA)-

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