Rapid gegen Ried großer Favorit

18. September 2008, 14:36
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Pacult fordert konzentrierte Leistung und nimmt Maierhofer in Schutz - Gludovatz: "Gegentor wird sich nicht vermeiden lassen"

Wien - Im Auftaktspiel zur 9. Runde der österreichischen Fußball-Bundesliga sind die Rollen klar verteilt. Meister Rapid geht als haushoher Favorit in das ausverkaufte Heimspiel gegen SV Ried, wobei vor dem ersten Liga-Match nach fast drei Wochen nicht nur die aktuelle Tabellensituation, sondern auch die Statistik eine deutliche Sprache für die Hütteldorfer spricht.

Klare statistische Sprache

In den bisherigen 22 Aufeinandertreffen beider Clubs in Wien gelang es den Innviertlern noch nie, einen vollen Erfolg einzufahren - bei 16 Niederlagen und einem Torverhältnis von 18:61 schauten gerade einmal 6 Remis heraus. Dazu kommt noch die aktuelle Liga-Auswärtsschwäche der Oberösterreicher, die schon rekordverdächtige Ausmaße annimmt. Zum bisher letzten Mal gewannen die Rieder in der Fremde am 2. September des Vorjahres. Seit dem 1:0 gegen Wacker Innsbruck setzte es in 17 Partien bei zwei Remis gleich 15 teils herbe Schlappen.

Rapid hingegen feierte im Jahr 2008 in elf Liga-Heimspielen bei einem Remis zehn volle Erfolge und strotzt nach zuletzt sechs Siegen en suite vor Selbstvertrauen, wie Trainer Peter Pacult deutlich erkennen ließ. "Wir wollen unsere Erfolgsserie fortsetzen", kündigte der Wiener an.

Nach der Länderspiel-Unterbrechung, in der einige Akteure fast zwei Wochen gefehlt hatten, nähert sich die Mannschaft laut Pacult wieder jener Form, die sie im August stark machte. "Im Cup am Wochenende gegen Leoben hat man die Pause am Anfang noch gemerkt, aber dann sind wir wieder gut in den Rhythmus gekommen", erzählte der 48-Jährige.

"Brauchen eine konzentrierte Leistung"

An die Möglichkeit, in der Tabelle weiter davonzuziehen (der erste Verfolger Sturm empfängt am Sonntag den Vierten Salzburg) will Pacult erst gar nicht denken. "Das ist jetzt noch viel zu früh. Wir wissen genau, wo wir im letzten Oktober gestanden sind und wie viel sich im Frühjahr noch ändern kann."

Der frühere 1860-Coach beschäftigt sich lieber mit Gedanken an die Gegenwart, in denen drei Punkte gegen Ried eine wichtige Rolle spielen. "Aber dafür brauchen wir eine konzentrierte Leistung", warnte Pacult und war damit einer Meinung mit Sturm-Tank Stefan Maierhofer. "Wir dürfen Ried nicht unterschätzen", sagte der Angreifer.

Nach seinem wenig überzeugenden Auftritt mit dem Nationalteam gegen Litauen holte sich Maierhofer mit zwei Treffern beim 4:1-Auswärtssieg nach Verlängerung im Cup gegen Leoben wieder Selbstvertrauen. "In Leoben bin ich als Teamversager beschimpft und mit Janko-Rufen begrüßt worden, aber so etwas macht mich nur heißer, und ich habe dann in diesem Spiel bewiesen, dass ich es besser kann", erklärte der Stürmer.

Kein großer Technik

Über seine Mängel im Umgang mit dem Ball weiß Maierhofer auch selbst bescheid. "Mit meinen 2,02 Metern kann ich nicht die Technik wie ein Hofmann oder Boskovic haben, aber mit Einsatz und Leidenschaft kann ich viel wettmachen. Und das eine oder andere Gusto-Stückerl habe ich auch drauf", erinnerte der Niederösterreicher an seinen Fallrückzieher-Treffer ins Kreuzeck gegen Leoben.

Die Kritik nach dem ÖFB-Auftritt hat der Stürmer laut Pacult "butterweich" weggesteckt. "Natürlich schaut die Motorik bei einem 2,02 Meter großen Spieler nicht so aus wie bei einem Feinmechaniker. Aber gegen Litauen war er sicher nicht der schlechteste Österreicher, da hätte man vorher noch vier andere nehmen können", verteidigte Pacult seinen Spieler.

Auch Ried-Betreuer Paul Gludovatz hält große Stücke auf Maierhofer. "Er ist innerlich so gestärkt, dass ihm diese ganze Kritik wurscht ist. Ihn und Hoffer bekommt man nie wirklich in den Griff", sagte der Burgenländer. Auch im Hinblick auf die beiden Team-Stürmer ist sich Gludovatz der Offensiv-Schlagkraft Rapids bewusst. "Die Rapidler werden von Beginn an so einen Druck aufbauen, dass sich ein Gegentor für uns nicht vermeiden lassen wird. Aber wenn sie nur zwei machen und wir mehr als eines, bin ich zufrieden", schmunzelte der 62-Jährige.

Der Ausgangsposition seines Clubs, der bereits am kommenden Dienstag sowie Ende Oktober im Cup jeweils in Ried wieder auf Rapid trifft, hat für Gludovatz auch positive Aspekte: "Es ist schön, in einem vollen Stadion gegen den regierenden Meister zu spielen. Für uns ist das eine tolle Herausforderung, wir haben eigentlich nichts zu verlieren." (APA)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zum ersten Spiel der 9. Runde in der österreichischen Fußball-Bundesliga am Freita

SK Rapid Wien - SV Ried (Hanappi-Stadion, 20.30 Uhr/live Premiere Austria, SR Einwaller). Saison-Ergebnisse 2007/08: 3:0 (a), 4:0 (h), 4:0 (h), 1:0 (a)

Rapid: Hedl - Dober, Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Boskovic, Kavlak - Maierhofer, Hoffer

Ersatz: Lukse - Eder, Hiden, Thonhofer, Kulovits, Ketelaer, Jelavic

Es fehlen: Koch (verletzt), Payer (erkrankt)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller, Ulmer - Lexa, Hadzic, Kovacevic, Mader, Kujabi - Salihi

Ersatz: Auer - Strak, Bammer, Toth, Berger, Nacho

Es fehlt: Hackmair (bei den Amateuren), Drechsel (erkrankt), Brenner (Hexenschuss)

 

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