Microsofts Live Search integriert semantische Technologien

18. September 2008, 13:36
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Verbesserte Funktionen vorerst nur in englischer Sprache

Microsofts Suchmaschine Live Search hat Verstärkung in Form von drei Neuerungen bekommen, die auf den Technologien für semantische Suche von Powerset beruhen. Damit trägt die Übernahme des kalifornischen Start-ups mit 1. August erste sichtbare Früchte für die Redmonder. Mehr Kurzüberblicke zu Suchthemen, bessere Zusammenfassungen von Wikipedia-Artikeln in den Suchergebnissen sowie Vorschläge für verwandte Suchanfragen sind die Neuerungen, die Powerset-Mitarbeiter Mark Johnson in einem Blog-Eintrag vorstellt. Fraglich ist allerdings, wann die Nutzer von den Verbesserungen profitieren werden, insbesondere außerhalb des englischen Sprachraums.

Begrenzte Anzahl

Schon bisher habe Live Search bei einer begrenzten Anzahl von Anfragen einen kurzen Themenüberblick liefern können. Durch Powerset wird es nun möglich, die Daten der offenen Datenbank Freebase für zusätzliche derartige Überblicke zu nutzen. Dieses Angebot werde bereits für eine Reihe von Themenkreise unterstützt und weitere sollen folgen, so Johnson. Ist in den Ergebnissen einer Suche ein Wikipedia-Beitrag zu finden, könne nun eine verbesserte Zusammenfassung geliefert werden. Dazu werden Powersets semantische Technologien genutzt, mit denen das damals noch eigenständige Unternehmen im Frühjahr eine eigene Wikipedia-Suche gestartet hat . Eine weitere dort genutzte Technologie erlaubt Live Search nun auch, verwandte Suchanfragen zu einem Thema vorzuschlagen.

Nach dem erfolglosen Versuch einer Yahoo-Übernahme könnte Microsoft einen echten Erfolg gut gebrauchen, um seine Position auf dem Suchmarkt zu stärken. Ob und vor allem wie schnell die Powerset-Technologien einen solchen Erfolg bescheren können, ist ungewiss. "Nur ein kleiner Prozentsatz der User" bekommt die neuen Features vorerst und testweise angezeigt, so Johnson. Eine lang ausgedehnte Beta-Phase von Features oder Produkten wäre aber nicht unbedingt ein Nachteil. Das hat gerade Google oft genug zeigt, insbesondere mit seinem Webmail-Dienst, der seit über vier Jahren, davon rund 19 Monate offen, als Beta geführt wird. Eher als Hindernis im globalen Internet erweisen könnte sich, dass die Angebote von Powerset und Freebase bislang rein englischsprachig sind. Ob Microsoft die von Powerset ermöglichten Funktionalitäten also auch in anderen großen Sprachregionen wie dem deutschen Sprachraum einigermaßen zügig umsetzen könnte, ist fraglich. (pte)

 

 

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