Österreichischer Diplomat Almhofer wird OSZE-Chef in Pristina

18. September 2008, 16:23
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48-jähriger Botschafter war bisher Botschafter in Bosnien-Herzegowina - Belgrad kritisiert Bestellung

Wien - Der österreichische Diplomat Werner Almhofer ist zum neuen Chef der OSZE-Mission im Kosovo bestimmt worden. Bei der Sitzung des Ständigen Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am heutigen Donnerstag wurde der 48-jährige Almhofer vom OSZE-Vorsitzland Finnland zum Nachfolger des Schweizers Tim Guldiman ernannt, wie die OSZE gegenüber der APA bestätigte.

Almhofer ist seit März 2005 österreichischer Botschafter in Bosnien-Herzegowina. Er steht seit 1992 im diplomatischen Dienst und war unter anderem in Belgrad und Rom tätig.

Heftige Kritik aus Belgrad

Die Bestellung des österreichischen Diplomaten Werner Almhofer zum neuen Chef der OSZE-Mission im Kosovo ist auf herbe Kritik Serbiens gestoßen. Das Argument: Diese Entscheidung sei nicht nach den üblichen Konsultationen, sondern "eigenmächtig" vom finnischen Außenminister Alexander Stubb getroffen worden. Serbien und auch andere OSZE-Mitglieder hätten dies scharf kritisiert, erfuhr die APA aus diplomatischen Quellen.

An sich wären vor der Bestellung des OSZE-Chefs im Kosovo Konsultationen mit der OSZE-Troika und vor allem der betroffenen Länder vorgesehen. Stubb habe auch ein Protest-Schreiben des serbischen Außenministers Vuk Jeremic ignoriert. Der finnische Außenminister habe sich hingegen auf sein "Diskretionsrecht" berufen, dass der Vorsitzende den Chef der OSZE-Mission ernennen könne.

Belgrad werde jedenfalls "entsprechende Maßnahmen" ergreifen und dafür kämpfen, die Entscheidung zu revidieren, hieß es in diplomatischen Kreisen. Guldiman sei übrigens vorzeitig abgelöst worden, weil der finnische Vorsitz nicht mit seiner Arbeit zufrieden gewesen sei. Zudem hätten die Kosovo-Albaner dem Schweizer vorgeworfen, zu sehr auf der Seite der Serben zu stehen.

Die OSZE-Mission im Kosovo wird übrigens immer nur für ein Monat verlängert. Vor allem Belgrad und Moskau hatten sich nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo durch Pristina geweigert, das Mandat auf ein Jahr zu verlängern. Sollte auch nur eine Delegation der insgesamt 56-OSZE-Mitglieder Einspruch erheben, wird es demnach keine Verlängerung des Mandats geben. (APA)

 

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