Federico García Lorca wird exhumiert

18. September 2008, 12:38
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Wende im Lorca-Streit: "Wir respektieren den Wunsch der anderen Hinterbliebenen und werden sie nicht behindern"

Madrid - Im Streit um die Exhumierung des 1936 von den Faschisten hingerichteten spanischen Dichters Federico Garcia Lorca gibt es eine spektakuläre Wende. Nach jahrelangem Widerstand will die Familie des Poeten die Öffnung der Grabstätte zulassen. "Uns gefällt der Gedanke nach wie vor nicht, aber wir werden uns nicht länger dagegen sperren", sagte die Großnichte des Autors, Laura García Lorca, der Zeitung "El País" (Donnerstagausgabe). Im Namen der Erben forderte sie aber im Falle einer Exhumierung größte Zurückhaltung: "Das Ganze darf nicht zu einem Spektakel verkommen."

Spaniens berühmtester zeitgenössischer Dichter war zu Beginn des Bürgerkrieges (1936-1939) von den Schergen des späteren Diktators Francisco Franco (1939-1975) erschossen und nahe Granada im Süden des Landes in einem Massengrab verscharrt worden. Als Linker und Homosexueller war Lorca den Faschisten besonders verhasst.

Die Hinterbliebenen von zwei weiteren Opfern des Bürgerkrieges, die zusammen mit dem Autor der "Zigeuner-Romanzen" ermordet worden waren, wollen das Massengrab öffnen lassen, um ihre Angehörigen würdevoll bestatten zu können. Sie wandten sich vergangene Woche mit einem entsprechenden Gesuch an den Ermittlungsrichter Baltasar Garzon. Dieser hat eine großangelegte Untersuchung eingeleitet, um die politisch motivierten Verbrechen während des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur aufzuklären. "Wir respektieren den Wunsch der anderen Hinterbliebenen und werden sie nicht behindern", sagte Lorcas Großnichte. Historiker und Schriftsteller fordern schon seit Jahren, auch der Dichter müsse eine würdevolle Beisetzung erhalten. (APA/dpa)

 

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