Notenbanken beruhigen die Märkte

18. September 2008, 11:38
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Die Notenbanken haben mit zusätzlicher Liquidität für etwas Ruhe an den europäischen Börsen gesorgt

Frankfurt - Trotz der negativen Vorgaben aus den USA und aus Asien stand der Deutsche Aktienindex DAX am späten Donnerstagvormittag bei 5.892 Punkten (plus 0,5 Prozent). Die schwelende Finanzkrise und Meldungen über weitere Bankenzusammenschlüsse rückten durch das Eingreifen der Notenbanken nach Analystenangaben vorübergehend in den Hintergrund. Der japanische Nikkei-Index war zuvor auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren gefallen. Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Mittwochabend (Ortszeit) nach einer steilen Talfahrt mit 10.610 Punkten (minus 4,1 Prozent) geschlossen.

"Die internationalen Notenbanken lassen die Liquidität aus allen Ritzen fließen, um den Domino-Effekt im Finanzsektor aufzuhalten", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Unterdessen dreht sich das Fusionskarussell bei den Banken immer schneller. In der Früh übernahm der britische Finanzkonzern Lloyds die unter Druck geratene Hypothekenbank HBOS für 12,2 Mrd. Pfund (15,3 Mrd. Euro). Nach einem Medienbericht prüft außerdem die in Bedrängnis geratende US-Investmentbank Morgan Stanley eine Fusion mit einem anderen Finanzhaus.

Die europäischen Aktienmärkten verzeichneten am späten Vormittag fast durchweg leichte Kursgewinne. Der Stoxx50, der die Kurse der 50 größten europäischen Unternehmen zusammenfasst, stieg um 1,0 Prozent auf 2.623 Punkte.

Tokio auf Drei-Jahres-Tief

Die asiatischen Börsen verzeichneten hingegen erneut teils starke Verluste. Der 225 Werte umfassende Nikkei in Tokio fiel um 2,2 Prozent auf 11.489 Punkte. Chinas Börsen fielen ebenfalls aus Angst, dass chinesische Banken und Versicherungen stärker als bisher bekannt in die US-Finanzkrise verwickelt sein könnten. Der Shanghai Composite Index fiel zum Börsenschluss um 1,72 Prozent auf 1.895 Punkte.

An den US-Börsen hatte sich zuvor der Ausverkauf bei Finanzwerten teils drastisch beschleunigt. Investoren flüchteten in vermeintlich sichere Anlagen wie Gold, andere Edelmetalle und festverzinsliche Papiere. Die lateinamerikanischen Börsen mussten ebenfalls heftige Verluste einstecken. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sackte der Aktien-Index Merval um 5,1 Prozent auf 1.492 Punkte ab. Der Bovespa-Index im brasilianischen Sao Paulo rauschte sogar um 6,7 Prozent auf 45.909 Punkte in die Tiefe. (APA/dpa)

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    Nervosität herrscht nach wie vor an den meisten Börsen.

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