Ruanda erster Staat mit weiblicher Parlamentsmehrheit

18. September 2008, 11:18
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Ergebnis der "konsequenten Stärkung der Stellung von Frauen": 55 Prozent im neuen Abgeordnetenhaus ist weltweit einzigartig

Nairobi/Ruanda - Ruanda ist nach Angaben aus Kigali auf dem besten Weg, das erste Land der Welt mit einer Mehrheit von Frauen im Parlament zu werden. Am letzten Tag der viertägigen Wahlen zeichnete sich nach Berichten der Wahlkommission ein Frauenanteil von 55 Prozent im neuen Abgeordnetenhaus ab. Außenministerin Museminali begründete diese Entwicklung mit der konsequenten Stärkung der Stellung von Frauen.

Nachdem in den seit Montag laufenden Wahlen bereits die 53 direkt gewählten Abgeordneten, die 24 VertreterInnen der Frauen und zwei VertreterInnen der Jugend gewählt worden waren, stand am Donnerstag nur noch die Wahl der/des Vertreterin/Vertreters der Behinderten an. Die Ruandische Patriotische Front (RPF) von Präsident Kagame hat bei den Wahlen nach den bisher vorliegenden Ergebnissen die absolute Mehrheit erreicht.

Seit Jahrzehnten schwelende Spannungen zwischen den ethnischen Volksgruppen der Hutu und Tutsi in Ruanda waren 1994 eskaliert und hatten zu einem blutigen Völkermord geführt. Dabei wurden Hunderttausende Menschen umgebracht. (APA/dpa)

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    Foto: APA/EPA/Rippe

    Ruandas BürgerInnen haben ihre VolksvertreterInnen gewählt und sich dabei mehrheitlich für Frauen entschieden.

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