Mofaz will angeblich Livnis Sieg anfechten

18. September 2008, 06:30
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Laut Medienbericht - Verkehrsminister gratuliert seiner Kontrahentin zum Sieg

Jerusalem - Der bei den Wahlen um den Vorsitz der israelischen Regierungspartei Kadima unterlegene Kandidat Shaul Mofaz will seine Niederlage anfechten. Außenministerin Tzipi Livni erhielt tatsächlich nur knapp mehr als ein Prozent mehr Stimmen als ihr Rivale, wie sich bei der Endauszählung herausstellte, berichtete die israelische Internetzeitung "Ynet". Livnis Team räumte nach Auszählung aller Stimmen ein, dass die Ministerin von insgesamt 38.961 abgegebenen Stimmen 16.794, Mofaz dagegen 16.315 erhalten hatte.

Neuasuzählung der Stimmen beantragt

Livni hatte sich nach Veröffentlichung der Exit-Polls, die ihr einen Sieg mit 47 bis 49 Prozent der Stimmen vorausgesagt hatten, vorsichtig gezeigt und auch keine Siegesrede gehalten. Sie hatte ferner befürchtet, dass eine niedrige Wahlbeteiligung ihren als Hardliner geltenden Rivalen Mofaz begünstigen könnte und deshalb ein Offenhalten der Abstimmungslokale um eine halbe Stunde zusätzlich gefordert. Dies wurde ihr vom Wahlkomitee der Kadima, das Einsprüche von Mofaz abwies, auch zugestanden. Der enge Mofaz-Vertraute und Abge ordnete Zeev Elkin erklärte, man werde eine Neuauszählung der Stimmen verlangen.

 

Ungeachtet dessen hat Mofaz hat seiner Rivalin zur Wahl zur neuen Vorsitzenden der Regierungspartei Kadima gratuliert. Israelische Medien berichteten, Mofaz habe Livni am Donnerstagmorgen angerufen.

Olmert gratuliert Livni zum Sieg

Auch der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat Außenministerin Tzipi Livni indessen zum Sieg bei der Wahl um den Parteivorsitz gratuliert. Olmert habe Livni angerufen, um ihr zu gratulieren, teilte die Regierung am Mittwochabend in Tel Aviv mit. Livni bedankte sich bei ihren Anhängern. Sie hätten "gekämpft wie die Löwen", sagte die Außenministerin bei einer Versammlung der Kadima-Partei.

Die Wahlsiegerin wird Olmert voraussichtlich nicht nur als Parteichef, sondern auch im Amt des Regierungschefs nachfolgen. (APA)

 

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