NATO-Treffen in London

19. September 2008, 11:53
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USA wollen gemeinsame Übungen mit Georgien anregen

London - Die Verteidigungsminister der NATO sind am Freitag früh zu Beratungen in London zusammengekommen. Auf der offiziellen Tagesordnung standen Fragen der längerfristigen Planung wie die künftige Finanzierung gemeinsamer Einsätze. Doch auch der laufende Einsatz der NATO-Schutztruppe ISAF in Afghanistan und das Verhältnis zu Russland nach dem Georgien-Krieg dürfte die Minister beschäftigen.

Beitritt zur NATO

In London wurde am Freitag auch der georgische Ministerpräsident Wladimir Gurgenidse zu einem Besuch beim britischen Premierminister Gordon Brown erwartet. Im Mittelpunkt des Gesprächs sollte laut einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA der Wunsch Georgiens nach einem Beitritt zur NATO stehen. Das westliche Militärbündnis hat dem Kaukasus-Staat zwar grundsätzlich eine Mitgliedschaft in Aussicht gestellt, Georgien bisher aber noch nicht einmal in sein Vorbeitrittsprogramm aufgenommen. Russland ist entschieden gegen einen Beitritt seines südlichen Nachbarn zu dem westlichen Militärbündnis.

Gates für klares Signal

US-Verteidigungsminister Robert Gates räumte vor dem Treffen ein, entgegen dem Wunsch der USA lehnten westeuropäische NATO-Mitglieder wie Deutschland und Frankreich ein klares Signal für eine rasche Aufnahme Georgiens weiter ab. "Ich glaube, wir müssen vorsichtig vorgehen, weil es innerhalb des Bündnisses klar unterschiedliche Meinungen gibt", sagte Gates vor Journalisten. Er wolle sich für "einen Mittelweg" einsetzen. Als Beispiel nannte er gemeinsame Übungen der NATO und der georgischen Streitkräfte. Dies wäre nach Ansicht Gates "nicht provokativ". (APA/dpa)

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