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17. September 2008, 19:14
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Die internationale Finanzkrise und der österreichische Wahlkampf

"Ausländer." "Ausländer im Gemeindebau." Das sind "die Ängste und Sorgen der Menschen", zumindest wenn man dem TV-Duell zwischen Strache und Faymann folgt, das sich praktisch um nichts anderes drehte. Selten war eine Debatte so daneben - neben dem, was die eigentlichen Sorgen und Ängste der Menschen sind. Oder werden könnten. US-Kommentatoren vergleichen die Finanzkrise bereits mit einem - potenziellen - Crash von 1929.

Der große Unterschied zu damals ist, dass die Politik und die Notenbanken heute nicht tatenlos bleiben. Dennoch fragen sich die Leute allmählich, ob ihr Geld noch sicher ist. In Österreich gaben der neue Notenbankchef Nowotny und der Finanzminister und Vizekanzler Molterer eine Antwort: "Österreichische Banken und Versicherungen sind kaum bis gar nicht betroffen." Normalerweise äußert sich auch der Kanzler zu so etwas, aber der wurde innerhalb der SPÖ abgesägt und ist seither zwar im Amt, aber abgeschaltet.

Okay, was Molterer und Nowotny sagen, sollte genügend Gewicht haben. Da macht es dann nichts, wenn der SP-Kanzlerkandidat vor allem über Ausländer im Gemeindebau redet, oder? (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2008)


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