Morgan Stanley verhandelt mit Wachovia

18. September 2008, 16:46
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Trotz unerwartet guter Geschäftszahlen geraten immer tiefer in den Sog der Finanzkrise - Berichten zufolge hat Citigroup ein Fusionsgesuch von Morgan Stanley abgelehnt, mit Wachovia und CIC wird noch verhandelt

New York - Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley gerät trotz überraschend guter Quartalszahlen immer tiefer in den Sog der Finanzkrise. Nach schon drastischen Kursverlusten in den Vortagen setzte die Aktie der Bank auch am Mittwoch ihre steile Talfahrt fort und verlor zeitweise über 40 Prozent an Wert. In Medienberichten wird nun auch Morgan Stanley bereits als Übernahmekandidat gehandelt. Branchenprimus Goldman Sachs geriet an der Börse ebenfalls massiv unter Druck.

Morgan Stanleys Überschuss lag in dem Ende August abgelaufenen dritten Geschäftsquartal bei 1,4 Milliarden Dollar (0,984 Mrd Euro). Das war ein im Branchenvergleich relativ geringer Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten hatten weit weniger Gewinn erwartet. Der Rest des Jahres bleibe aber eine Herausforderung, warnte Kelleher. Goldman Sachs musste zuvor einen heftigen Einbruch beim Überschuss von 70 Prozent verkünden.

Fusionsgesuch von Citigroup abgelehnt

Wie die "New York Times" am Mittwochabend in ihrer Onlineausgabe berichtete, prüft die in Bedrängnis geratende US-Investmentbank Morgan Stanley eine Fusion mit einem anderen Finanzhaus. Als möglicher Partner wurde die US-Bank Wachovia genannt. Zudem habe sich auch die größte US-Sparkasse Washington Mutual selbst zum Verkauf gestellt.

Die größte US-Bank Citigroup hat der "New York Times" zufolge ein Fusionsgesuch der Investmentbank Morgan Stanley abgelehnt. Morgan-Stanley-Chef John Mack habe am Dienstag bei Citigroup-Chef Vikram Pandit angerufen, um die Möglichkeit eines Zusammenschlusses zu besprechen, berichtete die Zeitung am Donnerstag. Pandit habe jedoch abgelehnt. Im Laufe des Gesprächs sagte Mack nach Angaben der Zeitung: "Wir brauchen einen Fusionspartner, sonst schaffen wir es nicht."

Morgan Stanley will laut einem anderen Medienbericht womöglich mit Hilfe eines asiatischen Großaktionärs seine Unabhängigkeit retten. Die Wall-Street-Firma spreche mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine Aufstockung seiner Beteiligung auf bis zu 49 Prozent, berichtete am Donnerstag die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. CIC war bereits Ende vergangenen Jahres mit zehn Prozent bei Morgan Stanley eingestiegen.

Morgan Stanley hatte die Bekanntgabe der Zahlen angesichts einer zuletzt immer steileren Talfahrt der Aktie kurzfristig um einen Tag auf Dienstagabend (Ortszeit) vorgezogen. Die Bank verlor seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent ihres Börsenwerts. In einem insgesamt schwachen Markt stürzte der Kurs am Mittwoch bis eine Stunde vor Handelsschluss um weitere rund 30 Prozent ab. Goldman Sachs büßte knapp 20 Prozent ein.

Morgan Stanleys Gewinn je Aktie fiel im dritten Geschäftsquartal von 1,38 auf 1,32 Dollar. Die Bank steigerte die Nettoerträge im dritten Geschäftsquartal leicht auf 8,0 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro). Experten hatten dagegen wie bei Goldman Sachs einen Rückgang erwartet. (APA/dpa)

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