Die erste U-Bahn der Schweiz ist zugleich die steilste der Welt

18. September 2008, 15:34
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Neue Lausanner Linie erreicht auf der sechs Kilometer langen Strecke eine Neigung von bis zu elf Prozent

Lausanne - Am Donnerstag wurde in Lausanne die erste U-Bahn der Schweiz eingeweiht - richtig in Betrieb geht die mit einer Neigung von bis zu elf Prozent steilste U-Bahn der Welt jedoch erst im Oktober. Durch das Gefälle, welche die neue U-Bahn namens "M2" von Ouchy am See (373 Meter) auf der Bergstrecke bis hinauf nach Epalinges (711 Meter) überwindet, gleicht die U-Bahn von Lausanne einer Mischung von Bergbahn mit Pariser Metrocharme. Zwar sehen die Waggons auf den ersten Blick wie diejenigen in Paris aus, doch ist die Neigung in allen Türen der zehn Stationen und bei den Bahnwaggons zu sehen: Alles wirkt schief.

Die Gestaltung der Türen war folglich auch eines der Hauptprobleme der neuen U-Bahn. Diese müssen millimetergenau wie bei einer Lifttüre aufeinanderpassen. Eine andere Herausforderung war die zielgenaue Anhalteautomatik der führerlosen Bahn. So muss sowohl die Temporeduktion haargenau berechnet werden, um mit dem Bremsvorgang den exakten Haltepunkt ansteuern zu können. Was in der Ebene gut funktioniert, ist in der Steillage viel komplizierter.

Jeder Zug sendet drei Mal pro Sekunde ein Signal an die Leitstelle, das vom zentralen Rechner mit den Positionen der anderen Bahnen verglichen wird. Der Bordcomputer errechnet dann, wie nahe ein Zug dem voranfahrenden näher kommen darf. Technisch wäre ein 90-Sekunden-Takt möglich. Doch dies würde mehr als die 15 Züge erfordern, welche die Lausanner gekauft haben. So wird die "M2" in der Regel im Sechs-Minuten-Takt auf der sechs Kilometer langen Strecke fahren. Die U-Bahn hat eine Kapazität von bis zu 6.600 Personen pro Stunde in jeder Fahrtrichtung und kann bis zu 60 km/h schnell sein. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die "M2" im Testbetrieb

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