"Höhen und Tiefen hat es immer gegeben"

20. November 2008, 17:47
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Finanzkrise hin oder her: Fondsmanager Robert Millen glaubt an die Kraft der US-Unternehmen. Mit seinem Fonds setzt er auf antizyklische Branchen. Vor einer US-Rezession fürchtet er sich nicht

Amerika bewegt derzeit weltweit die Börsen. Keine Konjunkturmeldung aus den USA, die sich nicht in einem Auf- oder Abwärtstrend an den Märkten widerspiegelt. Auch der Ölpreis orientiert sich derzeit stark an den Vorgängen in der größten Volkswirtschaft. Und während Analysten und Volkswirten darauf warten, ob Amerika nun in einer Rezession steckt oder nicht, sucht Robert Millen nach US-Aktien von jenen Unternehmen, die konstante Erfolgsaussichten bieten.

Millen ist Fondsmanager und verwaltet den Fonds "Spängler Long Term Value Trust". Der Fonds hat es sich zum Ziel gemacht, den US-Index S&P 500 zu schlagen. Und das versucht Millen so: Investiert wird nur in jene US-Unternehmen, die ein konstantes Gewinnwachstum aufweisen können. "Die Fundamentaldaten müssen hervorragend sein" , sagt Millen. Und: "Es werden Unternehmen gesucht, die möglichst konjunkturunabhängig sind und eine starke Marktposition haben."

Die derzeit fünf größten Positionen im Fonds sind Stryker (stellt orthopädische Implantate her), Procter & Gamble, Abbott Laboratories, Johnson & Johnson sowie Emerson Electric, die im Heiz- und Aircondition-geschäft tätig sind. Den Hersteller von diagnostischen Geräten, Abbott Laboratories, hält Millen bereits seit der Auflage des Fonds im Jahr 1991.

Konsumgüter stellen mit 53 Prozent den größten Block im Spängler-Fonds dar. Die zweitgrößte Gruppe sind Industriebeteiligungen, gefolgt von Technologie und Kommunikation.

Mit seiner Strategie konnte Millen den S&P 500 in den vergangenen Jahren deutlich schlagen. Und auch für die Zukunft gibt sich der Fondsmanager im Gespräch mit dem Standard optimistisch. Denn selbst wenn Amerika in eine Rezession schlittern sollte, "diese Phasen sind immer kürzer als die vorangegangenen Expansionsphasen". Im Moment erscheine die Lage zwar nicht sehr rosig, sagt Millen und zieht als Vergleich die 70er-Jahre heran: "Damals war der Ölpreis hoch, ebenso die Zinsen und die Inflationsrate." Im Verlauf der Wirtschaftsgeschichte habe es immer Höhen und Tiefen gegeben.

Jetzt würde zwar der Finanzsektor stark getroffen, aber rechne man die Finanzwerte aus dem S&P 500 heraus, liege der Index im Plus.

Spurlos sind die turbulenten vergangenen Monate aber auch an dem Spängler-Fonds nicht vorübergegangen. So lag der S&P 500 von April 2007 bis Juni 2008 knapp 15 Prozent im Minus - der Fonds verlor etwas mehr als zehn Prozent. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2008)

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